PAZIFISTEN & ANTIMILITARISTINNEN AUS JÜDISCHEN FAMILIEN

Biblische Fiktionen zu Krieg und Genozid

Eine Textdokumentation ausgewählter Bibelstellen zum neuen Lesebuch der Schalom-Bibliothek – mit einer ergänzenden Zusammenstellung von Literatur zum Thema

Das neue Lesebuch ǀǀ Gewalt und Kriegstheologie in der Hebräischen Bibel. Ein Lesebuch der Schalom-Bibliothek – Mit Texten von Peter Bürger (Hg.), Friedrich Erich Dobberahn, Jürgen Ebach, Bruno Kern, Ansgar Moenikes, Bernhard Lang, Thomas Nauerth, Egon Spiegel und Jochen Vollmer. (edition pace ǀ Regal: Pazifisten & Antimilitaristen aus jüdischen Familien, 16). Hamburg: BoD 2026. (ISBN: 978-3-6963-9675-6; Paperback; 400 Seiten; 16,99 Euro).
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Vorbemerkungen
zur Textdokumentation

Die Hebräische Bibel, entstanden im Verlauf des 1. Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung, ist etwas völlig anderes als ein Buch aus der Werkstatt eines einzelnen Autors. Sie ist ‚Buch der Bücher‘ auch im ganz wörtlichen Sinn: eine aus vielen – nach Form und Inhalt sehr unterschiedlichen, z.T. sogar gegensätzlichen – Werken zusammengestellte ‚Bibliothek‘. Selbst theologietreibende Frauen und Männer meiden überwiegend jene Anteile der kanonisierten Bücher, in denen abgründige Kriegsgewalt zur Sprache kommt. Zumal angesichts der rasanten Säkularisierung-Vorgänge der Gegenwart kann eine vage Kenntnis biblischer Texte in der Leserschaft zumeist gar nicht mehr vorausgesetzt werden. Einen Überblick verschafft die nachfolgende Auswahl von „Bibelstellen zu Gewalt und Kriegstheologie“, die sich mit Hilfe der Beiträge im neuen Lesebuch der Schalom-Bibliothek (s.o.) sachgerecht einordnen lassen. Ein zufriedenstellendes Gesamtbild in der Darstellung liegt im Rahmen unserer Reihe freilich erst dann vor, wenn auch der noch ausstehende Band „Die Friedensbotschaft der Hebräischen Bibel“ erschienen ist.
In der Forschung werden insbesondere die biblischen Ausrottungsnachrichten im Zuge der sog. ‚Landnahme‘ heute ganz überwiegend als Fiktionen betrachtet, so vom israelischen Historiker Shlomo Sand: „Da archäologische Befunde immer eindeutiger belegen, dass der Auszug aus Ägypten niemals stattfand und das Land Kanaan in dem Zeitraum, von dem die biblische Erzählung berichtet, auch nicht auf einen Schlag erobert wurde, darf zu Recht davon ausgegangen werden, dass die grauenvolle Geschichte über den Massenmord [bei einer Landnahme, pb] pure Erfindung ist. Es waren, allem Anschein nach, einheimische Bevölkerungselemente, die in einem langwierigen, stufenweisen Übergang vom Nomadentum zur Landwirtschaft zu einem bunten Gemisch aus Kanaanitern und Hebräern wurden, und aus dieser autochthonen Bevölkerung erwuchsen im weiteren Verlauf zwei Königreiche – das größere Israel und das kleinere Juda“ (Sand 2023, S. 100). – Es ist, so meint etwas vorsichtiger Andreas Michel, „der allergrößte Teil der biblischen Literatur, in der die Praxis der Vernichtungsweihe vorkommt – nämlich in der sogenannten Landnahmezeit bzw. der frühen Königszeit, also dem 12. bis 10. Jahrhundert, – nicht zeitgenössisch, das darin Erzählte beruht auch nur zum geringsten Teil auf historischer Erinnerung. Nach ziemlich einhelliger Überzeugung der christlichen Exegetinnen und Exegeten stammen diese brutalen Landnahmetexte mit dem terminus technicus ḤRM [cherem] in Josua 6-11, dazu der Programmtext in Deuteronomium 7, frühestens aus dem Ende des 7. Jahrhunderts, wahrscheinlicher aus dem 6. Jahrhundert, also aus der Zeit des sogenannten babylonischen Exils,als solche grausamen Praktiken für die militärisch unterworfenen Israeliten bzw. Judäer nur noch ins Reich des allenfalls gedanklich Möglichen fallen konnten. Im Josuabuch wird also offensichtlich aus dem Rückblick von mindestens einem halben Jahrtausend (!) später die Landnahme als gewalttätig dargestellt, vielleicht mit Blick auf die damals und bis heute beeindruckenden großen Ruinenhügel oder auf die eigenen befestigten Städte der Gegenwart, aber jedenfalls nicht mit irgendwie validen historischen Kenntnissen“ (in: Mohagheghi/Stosch 2014, S. 37-38). – Heinz-Werner Kubitza betont in seinem sehr streitbaren Werk „Der Glaubenswahn“: „Nun, der Gott des Alten Testaments kann an dieser Stelle entlastet werden, denn die geschilderten Massaker hat es fast alle historisch nicht gegeben. Sie sind meist reine Erfindungen der deuteronomistischen Redaktoren, die es für eine gute Idee gehalten haben, ihren Gott als Schlächter und Vernichter von Ungläubigen darzustellen. Sie haben nicht ahnen können, dass im 21. Jahrhundert, zumindest in Europa, ein ‚Dialog der Religionen‘ angesagt ist. Allerdings wäre es ihnen auch ziemlich egal gewesen. Die Gewaltausbrüche des alttestamentlichen Gottes, seine schweren Empathiedefizite, seine Unduldsamkeit und seine cholerische Persönlichkeitsstruktur gehen auf die Jahwe-allein-Fanatiker zurück. Seine gläubigen Verehrer haben ihren eigenen Fanatismus auf ihn übertragen und sein Bild hin zu einem gewalttätigen Moloch verzerrt“ (Kubitza 2016, S. 95). – Nachdrücklich konstatiert Rainer Kessler: „Es ist heute außer bei Fundamentalisten eine unbestrittene Erkenntnis, dass eine militärische Eroberung in der Art, wie sie das Josuabuch beschreibt, nie stattgefunden hat. Die so genannte Landnahme war ein überwiegend friedlich verlaufener Vorgang der Ansiedlung in bis dahin unbesiedelten Gebirgsgegenden in den Zwischenräumen der alten kanaanäischen Städte. […] Israel wäre zu keiner Zeit seiner Geschichte in der Lage gewesen, solche völkermörderischen Kriege zu führen. Wenn sie trotzdem erzählt werden, handelt es sich dabei ‚um israelitische Adaptionen altorientalischer Propagandatexte‘. Bei der Darstellung, dass die Vorfahren mit Hilfe des eigenen Gottes in der Lage waren, selbst solche Gewalt auszuüben, handelt es sich um Rachephantasien der Opfer, die für diese eine befreiende, entlastende und stabilisierende Funktion haben“ (Kessler 2023, S. 303-304). – Hans-Michael Haußig führt mit Blick auf biblische ‚Gewaltnarrative‘ summarisch aus: „Die Mehrzahl der im Tanach beschriebenen Gewalthandlungen findet sich in den Büchern Deuteronomium, Josua, Richter, Samuel und Könige, die von der Mehrheit der Forschung der deuteronomistischen Schule zugeordnet werden und deren Entstehung zum überwiegenden Teil erst in der Zeit des Exils anzusiedeln sein dürfte. Insofern handelt es sich nicht um zeitgenössische Berichte der in ihnen beschriebenen Auseinandersetzungen, sondern um nachträglich verfasste Schilderungen, in denen sich eher der Zweck erkennen lässt, bestimmte theologisch-ideologische Grundauffassungen zu übermitteln. Dementsprechend war Israel immer dann erfolgreich gegenüber anderen Völkern, wenn es sich auf Gott verlassen und die Gebote der Thora eingehalten hat …“ (Haußig 2024a, S. 724). – Die angegebenen Kurztitel beziehen sich auf das Literaturverzeichnis am Ende der vorliegenden Dokumentation. (pb)

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Dokumentation: Bibelstellen zu Gewalt und Kriegstheologie

Textbeispiele – zitiert nach der „Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift“ von 2016

  •  (A) Exodus (2. Buch Mose)
  •  (B) Levitikus (3. Buch Mose)
  •  (C) Numeri (4. Buch Mose)
  •  (D) Deuteronomium (5. Buch Mose)
  •  (E) Das Buch Josua
  •  (F) Das Buch der Richter
  •  (G) Die Samuel-Bücher
  • .(H) Die Bücher der Könige
  •  (I) Die Bücher der Chronik
  •  (J) Die Psalmen
  •  (K) Das Buch Jesaja
  •  (L) Das Buch Ezechiel

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(A) Exodus (2. Buch Mose)

Exodus (2. Mose) 7,17-18 (aus den Plagen für die Ägypter) ǀ 17So spricht der Herr: Daran sollst du erkennen, dass ich der Herr bin: Mit dem Stab in meiner Hand schlage ich auf das Wasser im Nil und es wird sich in Blut verwandeln. 18Die Fische im Nil werden sterben und der Nil wird stinken, sodass sich die Ägypter davor ekeln, Nilwasser zu trinken. […]

Exodus (2. Mose) 11,4-8 (Tod allen Erstgeborenen) ǀ 4Mose sagte: So spricht der Herr: Um Mitternacht will ich mitten durch Ägypten gehen. 5Dann wird jeder Erstgeborene im Land Ägypten sterben, vom Erstgeborenen des Pharao, der auf dem Thron sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd an der Handmühle und alle Erstgeburt vom Vieh. 6Geschrei wird sich im ganzen Land Ägypten erheben, so groß, wie es keines je gegeben hat oder geben wird. 7Doch gegen keinen der Israeliten wird auch nur ein Hund die Zähne fletschen, weder gegen Mensch noch Vieh; denn ihr sollt wissen, dass der Herr zwischen Ägypten und Israel einen Unterschied macht. 8Dann werden alle deine Diener hier zu mir herabsteigen, sich vor mir niederwerfen und sagen: Zieht doch fort, du und das ganze Volk, das du anführst. Danach werde ich fortziehen.

Exodus (2. Mose) 12,29-30 (kein Haus ohne einen Toten) ǀ 29Es war Mitternacht, als der Herr alle Erstgeburt im Land Ägypten erschlug, vom Erstgeborenen des Pharao, der auf dem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen im Kerker und alle Erstgeburt beim Vieh. 30Da standen der Pharao, alle seine Diener und alle Ägypter noch in der Nacht auf und großes Wehgeschrei erhob sich bei den Ägyptern; denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war.

Exodus (2. Mose) 14,27-28 (die ägyptische Streitmacht ertrinkt) ǀ 27Mose streckte seine Hand über das Meer und gegen Morgen flutete das Meer an seinen alten Platz zurück, während die Ägypter auf der Flucht ihm entgegenliefen. So trieb der Herr die Ägypter mitten ins Meer. 28Das Wasser kehrte zurück und bedeckte Wagen und Reiter, die ganze Streitmacht des Pharao, die den Israeliten ins Meer nachgezogen war. Nicht ein Einziger von ihnen blieb übrig.

Exodus (2. Mose) 15,3-7 (Jahwe ist ein Kriegsmann) ǀ 3Der Herr ist ein Krieger, / Herr ist sein Name. – 4Pharaos Wagen und seine Streitmacht warf er ins Meer. / Seine besten Vorkämpfer versanken im Roten Meer. – 5Fluten deckten sie zu, / sie sanken in die Tiefe wie Steine. – 6Deine Rechte, Herr, ist herrlich an Stärke; / deine Rechte, Herr, zerschmettert den Feind. – 7In deiner erhabenen Größe / wirfst du die Gegner zu Boden. / Du sendest deinen Zorn; / er frisst sie wie Stoppeln.

Exodus (2. Mose) 17,8-16 (Erster Krieg gegen die Amalekiter) ǀ 8Und Amalek kam und suchte in Refidim den Kampf mit Israel. 9Da sagte Mose zu Josua: Wähl uns Männer aus und zieh in den Kampf gegen Amalek! Ich selbst werde mich morgen mit dem Gottesstab in meiner Hand auf den Gipfel des Hügels stellen. 10Josua tat, was ihm Mose aufgetragen hatte, und kämpfte gegen Amalek, während Mose, Aaron und Hur auf den Gipfel des Hügels stiegen. 11Solange Mose seine Hand erhoben hielt, war Israel stärker; sooft er aber die Hand sinken ließ, war Amalek stärker. 12Als dem Mose die Hände schwer wurden, holten sie einen Steinbrocken, schoben den unter ihn und er setzte sich darauf. Aaron und Hur stützten seine Arme, der eine rechts, der andere links, sodass seine Hände erhoben blieben, bis die Sonne unterging. 13So schwächte Josua Amalek und sein Heer mit scharfem Schwert. 14Da sprach der Herr zu Mose: Schreibe das zum Gedächtnis in ein Buch und präge es Josua ein! Denn ich will die Erinnerung an Amalek unter dem Himmel austilgen. 15Mose baute einen Altar und gab ihm den Namen: Der Herr ist mein Feldzeichen. 16Er sagte: Die Hand an des Herrn Feldzeichen! Krieg ist zwischen dem Herrn und Amalek von Generation zu Generation.

Exodus (2. Mose) 32,26-29 (Vernichtung der zum Götzendienst abgefallenen Israeliten durch Nahestehende) ǀ 26Mose trat in das Lagertor und sagte: Wer für den Herrn ist, her zu mir! Da sammelten sich alle Leviten um ihn. 27Er sagte zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Jeder lege sein Schwert an. Zieht durch das Lager von Tor zu Tor! Jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nachbarn. 28Die Leviten taten, was Mose gesagt hatte. Vom Volk fielen an jenem Tag gegen dreitausend Mann. 29Dann sagte Mose: Füllt heute eure Hände für den Herrn! Denn jeder ist gegen seinen Sohn und seinen Bruder vorgegangen, damit Segen auf euch komme. [Vgl. Exodus Kapitel 32-34]

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(B) Levitikus (3. Buch Mose)

Levitikus (3. Mose) 26,21-25 (Strafe für Bruch der Bundestreue) ǀ 21Wenn ihr mir feindlich begegnet und nicht auf mich hören wollt, werde ich noch weitere Schläge über euch kommen lassen, siebenfach, wie es euren Sünden entspricht. 22Ich lasse auf euch die wilden Tiere los, die euer Land entvölkern, euer Vieh vernichten und euch an Zahl so verringern, dass eure Wege veröden. 23Wenn ihr euch dadurch noch nicht warnen lasst und mir weiterhin feindlich begegnet, 24begegne auch ich euch feindlich und schlage auch ich euch siebenfach für eure Sünden. 25Ich lasse über euch das Schwert kommen, das Rache für den Bund nehmen wird. Zieht ihr euch in eure Städte zurück, so sende ich die Pest in eure Mitte und ihr geratet in Feindeshand.

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(C) Numeri (4. Buch Mose)

Numeri (4. Mose) 21,1-3 (Bann) ǀ 1Als der Kanaanäer, der König von Arad, der im Negeb wohnte, hörte, dass Israel auf dem Weg von Atarim heranzog, griff er die Israeliten an und machte Gefangene. 2Da gelobte Israel dem Herrn: Wenn du mir dieses Volk in meine Hand gibst, dann vollziehe ich den Bann an ihren Städten. 3Der Herr hörte auf Israel und gab die Kanaaniter in seine Hand. Israel vollzog an ihnen und an ihren Städten den Bann [חרם; ḥerem – auch: ‚Vernichtungsweihe‘]. Daher nannte man den Ort Horma, Bannung.

Numeri (4. Mose) 24,8 (Befreiergott und Feinde) ǀ Ja, Gott hat ihn [Israel] aus Ägypten herausgeführt. / Er hat Hörner wie ein Wildstier. / Er frisst die Nationen, die ihm Feind sind, / er zermalmt ihre Knochen und zerbricht ihre Pfeile.

Numeri (4. Mose) 31,1-24 (Vernichtung der feindlichen Midianiter) ǀ 1Der Herr sprach zu Mose: 2Nimm für die Israeliten Rache an den Midianitern! Danach wirst du mit deinen Vorfahren vereint werden. 3Da redete Mose zum Volk und sagte: Rüstet einen Teil eurer Männer für das Heer! Sie sollen über Midian herfallen, um die Rache des Herrn an Midian zu vollziehen. 4Aus jedem Stamm Israels sollt ihr tausend Mann zum Heer abstellen. – 5Man hob also aus den Tausendschaften Israels je Stamm tausend Mann aus, im Ganzen zwölftausend zum Heer gerüstete Männer. 6Mose schickte die tausend Mann je Stamm zum Heer, zusammen mit dem Priester Pinhas, dem Sohn Eleasars, der die heiligen Geräte und die schallenden Trompeten mitnahm. – 7Sie zogen gegen Midian zu Feld, wie der Herr es Mose geboten hatte, und brachten alle männlichen Personen um. 8Neben den anderen, die sie erschlugen, brachten sie auch die Könige von Midian um: Ewi, Rekem, Zur, Hur und Reba, die fünf Könige von Midian. Auch Bileam, den Sohn Beors, brachten sie mit dem Schwert um. 9Die Frauen von Midian und deren kleine Kinder nahmen die Israeliten als Gefangene mit. All ihr Vieh und ihr Besitz und ihre Habe plünderten sie. 10Alle Städte im Siedlungsgebiet der Midianiter und ihre Zeltdörfer brannten sie nieder. 11Alle Menschen und das ganze Vieh, das sie erbeutet und geraubt hatten, nahmen sie mit. – 12Sie brachten die Gefangenen, das Geraubte und die Beute zu Mose, zum Priester Eleasar und zur Gemeinde der Israeliten in das Lager in den Steppen von Moab am Jordan bei Jericho. 13Als Mose, der Priester Eleasar und alle Anführer der Gemeinde ihnen aus dem Lager heraus entgegengingen, 14geriet Mose in Zorn über die Befehlshaber des Heeres, die Hauptleute der Tausendschaften und die Hauptleute der Hundertschaften, die von dem Kriegszug zurückkamen. – 15Und Mose sagte zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen am Leben gelassen? 16Siehe, sie haben in der Sache mit Pegor auf den Rat Bileams den Israeliten Anlass gegeben, dem Herrn untreu zu werden, sodass die Plage über die Gemeinde des Herrn kam. 17Nun bringt alle kleinen Knaben um und tötet ebenso alle Frauen, die schon mit einem Mann geschlafen haben! 18Aber alle Mädchen, die noch nicht mit einem Mann geschlafen haben, lasst für euch am Leben! 19Schlagt aber für sieben Tage eure Zelte außerhalb des Lagers auf! Jeder von euch, der einen Menschen umgebracht hat, und jeder, der einen Erschlagenen berührt hat, muss sich am dritten und am siebten Tag der Entsündigung unterziehen, ihr selbst wie eure Gefangenen. 20Auch alle Kleidungsstücke, alle Lederwaren, alle Erzeugnisse aus Ziegenhaaren und alle Holzgeräte müsst ihr entsündigen. – 21Der Priester Eleasar sagte zu den Männern des Heeres, die von dem Kriegszug zurückgekehrt waren: Das ist Satzung in der Weisung, die der Herr dem Mose geboten hat: 22Nur das Gold, das Silber, das Kupfer, das Eisen, das Zinn und das Blei, 23alles, was Feuer nicht verbrennen kann, sollt ihr durchs Feuer ziehen, damit es rein wird. Doch es muss auch noch mit Reinigungswasser entsündigt werden. Alles aber, was im Feuer verbrennen kann, zieht durchs Wasser! 24Wascht am siebten Tag eure Kleider, dann seid ihr rein! Danach dürft ihr in das Lager kommen.

Numeri (4. Mose) 32,39 (Ausrottung der Amoriter in Gilead) ǀ 39Die Söhne Machirs, des Sohnes des Manasse, zogen nach Gilead und eroberten es. Sie rotteten die Amoriter aus, die dort lebten. 40Da übergab Mose Gilead dem Machir, dem Sohn des Manasse, und er wohnte dort.

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(D) Deuteronomium (5. Buch Mose)

Deuteronomium (5. Mose) 2,31-36 (Bann) ǀ 31Mir aber sagte der Herr: Siehe, hiermit fange ich an. Ich liefere dir Sihon und sein Land aus. Du fang an, in Besitz zu nehmen! Fang mit seinem Land an! 32Sihon rückte mit seinem ganzen Volk gegen uns aus, um bei Jahaz zu kämpfen. 33Der Herr, unser Gott, lieferte ihn uns aus. Wir schlugen ihn, seine Söhne und sein ganzes Volk. 34Damals eroberten wir alle seine Städte. Wir vollzogen an ihrer ganzen Bevölkerung den Bann, auch die Frauen samt Kindern und Alten; keinen ließen wir überleben. 35Als Beute behielten wir nur das Vieh und das, was wir in den eroberten Städten geplündert hatten. 36Von Aroër am Rand des Arnontals und von der Stadt, die im Tal liegt, bis hin nach Gilead gab es keine befestigte Stadt, deren Mauern für uns zu hoch waren. Alle hat uns der Herr, unser Gott, ausgeliefert.

Deuteronomium (5. Mose) 3,1-7 (Vernichtungsweihen: keine Überlebenden) ǀ 1Dann wendeten wir uns dem Weg zum Baschan zu und zogen hinauf. Og, der König des Baschan, rückte mit seinem ganzen Volk gegen uns aus, um bei Edreï zu kämpfen. 2Der Herr sagte zu mir: Fürchte ihn nicht, denn ich gebe ihn, sein ganzes Volk und sein Land in deine Hand. Tu mit ihm, was du mit Sihon getan hast, dem König der Amoriter, der in Heschbon seinen Sitz hatte! 3Und der Herr, unser Gott, gab auch Og, den König des Baschan, und sein ganzes Volk in unsere Hand. Wir schlugen ihn und ließen keinen überleben. 4Damals eroberten wir alle seine Städte. Es gab keine befestigte Stadt, die wir ihnen nicht genommen hätten: sechzig Städte, den ganzen Bezirk von Argob, das Königreich des Og im Baschan. 5Alle diese Städte waren durch hohe Mauern, Torflügel und Torbalken befestigt. Hinzu kamen die zahlreichen offenen Landstädte. 6Wir vollzogen an ihnen den Bann, wie wir es mit Sihon, dem König von Heschbon, getan hatten. Wir vollzogen den Bann an der ganzen Bevölkerung, auch an den Frauen samt Kindern und Alten. 7Alles Vieh und das, was wir in den Städten geplündert hatten, behielten wir als Beute.

Deuteronomium (5. Mose) 7,1-6 (sieben Völker sind auszulöschen) ǀ 1Wenn der Herr, dein Gott, dich in das Land geführt hat, in das du jetzt hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, wenn er dir viele Völker aus dem Weg räumt – Hetiter, Girgaschiter und Amoriter, Kanaaniter und Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, sieben Völker, die zahlreicher und mächtiger sind als du – , 2wenn der Herr, dein Gott, sie dir ausliefert und du sie schlägst, dann sollst du an ihnen den Bann vollziehen. Du sollst keinen Vertrag mit ihnen schließen, sie nicht verschonen 3und dich nicht mit ihnen verschwägern. Deine Tochter gib nicht seinem Sohn und nimm seine Tochter nicht für deinen Sohn! 4Wenn er dein Kind verleitet, mir nicht mehr nachzufolgen, und sie dann anderen Göttern dienen, wird der Zorn des Herrn gegen euch entbrennen und wird dich unverzüglich vernichten. 5So sollt ihr gegen sie vorgehen: Ihr sollt ihre Altäre niederreißen, ihre Steinmale zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen und ihre Götterbilder im Feuer verbrennen. – 6Denn du bist ein Volk, das dem Herrn, deinem Gott, heilig ist. Dich hat der Herr, dein Gott, ausgewählt, damit du unter allen Völkern, die auf der Erde leben, das Volk wirst, das ihm persönlich gehört.

Deuteronomium (5. Mose) 9,1-6 (Gott als Heerführer) ǀ 1Höre, Israel! Heute wirst du den Jordan überschreiten, um in das Land von Völkern, die größer und mächtiger sind als du, hineinzuziehen und ihren Besitz zu übernehmen. Du wirst in große Städte mit himmelhohen Mauern kommen, 2zu einem großen, hochgewachsenen Volk, den Anakitern – du kennst ja die Redensart und hast sie oft gehört: Wer kann den Söhnen Anaks widerstehen? 3Heute wirst du erkennen, dass der Herr, dein Gott, wie ein verzehrendes Feuer selbst vor dir hinüberzieht. Er wird sie vernichten und er wird sie dir unterwerfen, sodass du sie unverzüglich ausrotten und austilgen kannst, wie es der Herr dir zugesagt hat. 4Wenn der Herr, dein Gott, sie vor dir herjagt, sollst du nicht meinen: Ich bin im Recht, daher lässt mich der Herr in das Land hineinziehen und es in Besitz nehmen; diese Völker sind im Unrecht, daher rottet sie der Herr vor mir aus. 5Denn nicht, weil du im Recht bist und die richtige Gesinnung hast, kannst du in ihr Land hineinziehen und es in Besitz nehmen. Vielmehr rottet der Herr, dein Gott, diese Völker vor dir aus, weil sie im Unrecht sind und weil der Herr die Zusage einlösen will, die er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob mit einem Schwur bekräftigt hat. 6Du sollst erkennen: Du bist ein hartnäckiges Volk. Daher kann dir der Herr, dein Gott, dieses prächtige Land nicht etwa aufgrund eines Rechtsanspruchs geben, damit du es in Besitz nimmst.

Deuteronomium (5. Mose) 11,22-25 (Bundestreue und Landverheißung) ǀ 22Wenn ihr dieses ganze Gebot, auf das ich euch heute verpflichte, genau bewahrt und es haltet, wenn ihr den Herrn, euren Gott, liebt, auf allen seinen Wegen geht und euch an ihm festhaltet, 23dann wird der Herr alle diese Völker vor euch ausrotten und ihr werdet den Besitz von Völkern übernehmen, die größer und mächtiger sind als ihr. 24Jede Stelle, die euer Fuß berührt, soll euch gehören, von der Wüste an. Dazu soll der Libanon euer Gebiet sein, vom Strom, dem Eufrat, bis zum Meer im Westen. 25Keiner wird eurem Angriff standhalten können. Dem ganzen Land, das ihr betretet, wird der Herr, euer Gott, Schrecken und Furcht vor euch ins Gesicht zeichnen, wie er es euch zugesagt hat.

Deuteronomium (5. Mose) 12,29-31 (Keine Dienstbarkeit den fremden Göttern) ǀ 29Wenn der Herr, dein Gott, die Völker, in deren Land du hineinziehst, um ihren Besitz zu übernehmen, vor dir niedergestreckt hat, wenn du ihren Besitz übernommen hast und dort wohnst, 30dann nimm dich in Acht! Lauf nicht hinter ihnen her in die Falle, nachdem sie bei deinem Angriff vernichtet worden sind! Erkundige dich nicht nach ihren Göttern und frag nicht: Wie haben denn diese Völker ihren Göttern gedient? Ich will das Gleiche tun wie sie. 31Wenn du dem Herrn, deinem Gott, dienst, sollst du nicht das Gleiche tun wie sie; denn sie haben, wenn sie ihren Göttern dienten, alle Gräuel begangen, die der Herr hasst. Sie haben sogar ihre Söhne und Töchter im Feuer verbrannt, wenn sie ihren Göttern dienten.

Deuteronomium (5. Mose) 13,7-12 (Hinrichtung der eigenen götzendienerischen Verwandten) ǀ 7Wenn dein Bruder, der dieselbe Mutter hat wie du, oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau, mit der du schläfst, oder dein Freund, den du liebst wie dich selbst, dich heimlich verführen will und sagt: Gehen wir und dienen wir anderen Göttern, die du nicht kanntest, weder du noch deine Vorfahren – 8aus den Göttern der Völker, die euch umgeben, dir nah, dir fern, überall, zwischen dem einen Ende der Erde und dem andern Ende der Erde –, 9dann sollst du nicht nachgeben und nicht auf ihn hören. Du sollst in dir kein Mitleid mit ihm aufsteigen lassen, sollst keine Nachsicht für ihn kennen und die Sache nicht vertuschen, 10sondern du sollst ihn umbringen. Wenn er hingerichtet wird, sollst du als Erster deine Hand gegen ihn erheben, dann erst das ganze Volk. 11Du sollst ihn steinigen und er soll sterben; denn er hat versucht, dich vom Herrn, deinem Gott, abzubringen, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. 12Ganz Israel soll davon hören, damit sie sich fürchten und nicht noch einmal einen solchen Frevel in deiner Mitte begehen.

Deuteronomium (5. Mose) 13,3-18 (Bann über eigene Volksgenossen) ǀ3Wenn du aus einer deiner Städte, die der Herr, dein Gott, dir als Wohnort gibt, erfährst: 14Niederträchtige Menschen sind aus deiner Mitte herausgetreten und haben ihre Mitbürger vom Herrn abgebracht, indem sie sagten: Gehen wir und dienen wir anderen Göttern, die ihr bisher nicht kanntet!, 15wenn du dann durch Augenschein und Vernehmung genaue Ermittlungen angestellt hast und sich gezeigt hat: Ja, es ist wahr, der Tatbestand steht fest, dieser Gräuel ist in deiner Mitte geschehen, 16dann sollst du die Bürger dieser Stadt mit scharfem Schwert erschlagen, du sollst an der Stadt und an allem, was darin lebt, auch am Vieh, mit scharfem Schwert den Bann vollziehen. 17Alles, was du in der Stadt erbeutet hast, sollst du auf dem Marktplatz aufhäufen, dann sollst du die Stadt und die gesamte Beute als Ganzopfer für den Herrn, deinen Gott, im Feuer verbrennen. Für immer soll sie ein Schutthügel bleiben und nie wieder aufgebaut werden. 18Von dem Banngut soll nichts an deiner Hand kleben, damit der Herr von seinem glühenden Zorn ablässt und dir wieder sein Erbarmen schenkt […]

Deuteronomium (5. Mose) 20,1-9 (Kriegsgesetze I) ǀ 1Wenn du zum Kampf gegen deine Feinde ausziehst und Pferde und Wagen und ein Kriegsvolk erblickst, das zahlreicher ist als du, dann sollst du dich nicht vor ihnen fürchten; denn der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten heraufgeführt hat, ist bei dir. 2Wenn ihr in den Kampf zieht, soll der Priester vortreten, dem Kriegsvolk eine Ansprache halten 3und zu ihnen sagen: Höre, Israel! Ihr zieht heute in den Kampf gegen eure Feinde. Verliert nicht den Mut! Fürchtet euch nicht, geratet nicht durcheinander und weicht nicht erschreckt zurück, wenn sie angreifen. 4Denn der Herr, euer Gott, zieht mit euch, um für euch gegen eure Feinde zu kämpfen und euch zu retten. 5Dann sollen die Listenführer zum Kriegsvolk sagen: Ist unter euch einer, der ein neues Haus gebaut und noch nicht eingeweiht hat? Er trete weg und kehre zu seinem Haus zurück, damit er nicht im Kampfe fällt und ein anderer es einweiht. 6Ist unter euch einer, der einen Weinberg angelegt und noch nicht die erste Lese gehalten hat? Er trete weg und kehre nach Hause zurück, damit er nicht im Kampfe fällt und ein anderer die erste Lese hält. 7Ist unter euch einer, der sich mit einer Frau verlobt und sie noch nicht geheiratet hat? Er trete weg und kehre nach Hause zurück, damit er nicht im Kampfe fällt und ein anderer seine Frau heiratet. 8Außerdem sollen die Listenführer zum Kriegsvolk sagen: Ist unter euch einer, der sich fürchtet und keinen Mut hat? Er trete weg und kehre nach Hause zurück, damit er nicht auch noch seinen Brüdern das Herz zerschmilzt. 9Und wenn die Listenführer damit zu Ende sind, dies dem Kriegsvolk zu sagen, sollen sie Truppenführer ernennen und ihnen das Kommando über das Kriegsvolk übertragen.

Deuteronomium (5. Mose) 20,10-20 (Kriegsgesetze II) ǀ 10Wenn du vor eine Stadt ziehst, um sie anzugreifen, dann sollst du ihr zunächst eine friedliche Einigung vorschlagen. 11Nimmt sie die friedliche Einigung an und öffnet dir die Tore, dann soll die gesamte Bevölkerung, die du dort vorfindest, zum Frondienst verpflichtet und dir untertan sein. 12Lehnt sie eine friedliche Einigung mit dir ab und will sich mit dir im Kampf messen, dann darfst du sie belagern. 13Wenn der Herr, dein Gott, sie in deine Hand gibt, sollst du alle männlichen Personen mit scharfem Schwert erschlagen. 14Die Frauen aber, die Kinder und Greise, das Vieh und alles, was sich sonst in der Stadt befindet, alles, was sich darin plündern lässt, darfst du dir als Beute nehmen. Was du bei deinen Feinden geplündert hast, darfst du verzehren; denn der Herr, dein Gott, hat es dir geschenkt. 15So sollst du mit allen Städten verfahren, die sehr weit von dir entfernt liegen und nicht zu den Städten dieser Völker hier gehören. 16Aus den Städten dieser Völker jedoch, die der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, darfst du nichts, was Atem hat, am Leben lassen. 17Vielmehr sollst an den Hetitern und Amoritern, Kanaanitern und Perisitern, Hiwitern und Jebusitern den Bann vollziehen, so wie es der Herr, dein Gott, dir zur Pflicht gemacht hat, 18damit sie euch nicht lehren, entsprechend all den Gräueln zu handeln, die sie zu Ehren ihrer Götter begangen haben, und so zu sündigen gegen den Herrn, euren Gott. – 19Wenn du eine Stadt längere Zeit hindurch belagerst, um sie anzugreifen und zu erobern, dann sollst du ihrem Baumbestand keinen Schaden zufügen, indem du die Axt daran legst. Du darfst von den Bäumen essen, sie aber nicht fällen mit dem Gedanken, die Bäume auf dem Feld seien der Mensch selbst, sodass sie von dir belagert werden müssten. 20Nur den Bäumen, von denen du weißt, dass sie keine Fruchtbäume sind, darfst du Schaden zufügen. Du darfst sie fällen und daraus Belagerungswerk bauen gegen die Stadt, die gegen dich kämpfen will, bis sie schließlich fällt.

Deuteronomium (5. Mose) 25,17-19 (Amaleks Schuld wird nie vergessen) ǀ 17Denk daran, was Amalek dir unterwegs angetan hat, als ihr aus Ägypten zogt: 18wie er unterwegs auf dich stieß und, als du müde und matt warst, ohne jede Gottesfurcht alle erschöpften Nachzügler von hinten niedermachte. 19Wenn der Herr, dein Gott, dir vor allen deinen Feinden ringsum Ruhe verschafft hat in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, damit du es in Besitz nimmst, dann lösche die Erinnerung an Amalek unter dem Himmel aus! Du sollst nicht vergessen.

Deuteronomium (5. Mose) 31,1-6 (Vollmacht) ǀ 1Mose trat vor ganz Israel hin und sprach diese Worte. 2Er sagte zu ihnen: Ich bin jetzt hundertzwanzig Jahre alt. Ich kann nicht mehr in den Kampf ziehen. Auch hat der Herr zu mir gesagt: Du wirst den Jordan hier nicht überschreiten. 3Der Herr, dein Gott, zieht selbst vor dir hinüber, er selbst vernichtet diese Völker bei deinem Angriff, sodass du ihren Besitz übernehmen kannst. Josua zieht vor dir hinüber, wie es der Herr zugesagt hat. 4Der Herr wird an ihnen tun, was er an Sihon und Og, den Amoriterkönigen, die er vernichtete, und an ihrem Land getan hat. 5Der Herr wird sie euch ausliefern: Dann sollt ihr an ihnen genau nach dem Gebot handeln, auf das ich euch verpflichtet habe. 6Empfangt Vollmacht und Kraft: Fürchtet euch nicht und weicht nicht erschreckt zurück, wenn sie angreifen! Denn der Herr, dein Gott, er zieht mit dir. Er lässt dich nicht fallen und verlässt dich nicht.

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(E) Das Buch Josua

Josua 1,11-4 (Landversprechen) ǀ 1Nachdem Mose, der Knecht des Herrn, gestorben war, sagte der Herr zu Josua, dem Sohn Nuns, dem Diener des Mose: 2Mein Knecht Mose ist gestorben. Mach dich also auf den Weg und zieh über den Jordan hier mit diesem ganzen Volk in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, geben werde! 3Jeden Ort, den euer Fuß betreten wird, gebe ich euch, wie ich es Mose versprochen habe. 4Euer Gebiet soll von der Steppe und vom Libanon an bis zum großen Strom, zum Eufrat, reichen – das ist das ganze Land der Hetiter – und bis hin zum großen Meer, wo die Sonne untergeht.

Josua 6, 16-19.24 (Vernichtung Jerichos und seiner Bevölkerung) ǀ 16Als die Priester beim siebten Mal die Hörner bliesen, sagte Josua zum Volk: Erhebt das Kriegsgeschrei! Denn der Herr hat die Stadt in eure Gewalt gegeben. 17Die Stadt mit allem, was in ihr ist, soll Banngut für den Herrn werden. Nur die Dirne Rahab und alle, die bei ihr im Haus sind, sollen am Leben bleiben, weil sie die Boten versteckt hat, die wir ausgeschickt hatten. 18Aber seid auf der Hut vor dem Banngut, damit ihr es nicht als Banngut erklärt und dann doch davon wegnehmt! So würdet ihr das Lager Israels zum Banngut machen und es ins Unglück stürzen. 19Alles Silber und Gold und die Geräte aus Bronze und Eisen sollen dem Herrn geweiht sei […] 24Die Stadt aber und alles, was darin war, brannte man nieder […]

Josua 8,1-29 (Eroberung von Ai und Auslöschung aller Menschen der Stadt) ǀ 1Dann sagte der Herr zu Josua: Fürchte dich nicht und hab keine Angst! Nimm alle kriegstüchtigen Männer, brich auf und zieh nach Ha-Ai, die Trümmerstätte! Siehe, ich habe den König von Ha-Ai und sein Volk, seine Stadt und sein Land in deine Hand gegeben. 2Du sollst es mit Ai und seinem König ebenso machen, wie du es mit Jericho und seinem König gemacht hast. Doch Beute von ihm und seinem Vieh dürft ihr für euch nehmen. Lege auf der Rückseite der Stadt einen Hinterhalt! 3Da brach Josua mit dem ganzen Heer auf, um nach Ai hinaufzuziehen. Josua wählte dreißigtausend kampferprobte Männer aus und schickte sie bei Nacht weg 4mit dem Befehl: Seht zu, dass ihr auf der Rückseite der Stadt im Hinterhalt liegt, aber nicht zu weit entfernt von der Stadt. Dort haltet euch alle bereit! 5Ich aber werde mit allen Leuten, die bei mir sind, gegen die Stadt vorrücken, und wenn man dann wie beim ersten Mal einen Ausfall macht, werden wir vor ihnen fliehen. 6Sie werden hinter uns herziehen, bis wir sie von der Stadt weggelockt haben; denn sie werden sagen: Sie fliehen vor uns wie beim ersten Mal. Und tatsächlich werden wir vor ihnen fliehen. 7Ihr aber werdet aus dem Hinterhalt hervorbrechen und die Stadt erobern. Der Herr, euer Gott, wird sie in eure Hand geben. 8Wenn ihr dann die Stadt eingenommen habt, sollt ihr sie in Brand stecken. Handelt nach dem Wort des Herrn! Seht, ich habe es euch befohlen. 9Dann schickte Josua sie weg und sie legten sich in den Hinterhalt. Sie lagen zwischen Bet-El und Ai westlich von Ai. Josua aber blieb die Nacht über beim Volk. – 10Früh am Morgen stand Josua auf, musterte das Volk und zog zusammen mit den Ältesten Israels an der Spitze des Volkes nach Ai hinauf. 11Das ganze Heer zog mit ihm hinauf und rückte bis in die Nähe der Stadt vor. Im Norden von Ai schlugen sie ihr Lager auf. Das Tal lag zwischen ihm und Ai. 12Dann nahm er etwa fünftausend Mann und legte sie westlich der Stadt, zwischen Bet-El und Ai, in einen Hinterhalt. 13So stellten sie das Volk auf: Das ganze Lager war im Norden der Stadt und seine Nachhut westlich der Stadt. Josua aber ging in jener Nacht mitten in die Ebene. – 14Als das der König von Ai sah, da beeilten sich die Männer der Stadt und zogen frühmorgens heraus, Israel entgegen in die Schlacht zum Gefecht, der König und sein gesamtes Heer an einen bestimmten Ort vor der Steppe. Dabei wusste er nicht, dass man ihm auf der Rückseite der Stadt einen Hinterhalt gelegt hatte. 15Josua und die Israeliten ließen sich von ihnen schlagen und flohen auf die Steppe zu. 16Nun wurde das ganze Volk, das noch in der Stadt war, zu ihrer Verfolgung aufgeboten. Sie verfolgten Josua und wurden so von der Stadt weggelockt. 17Niemand blieb in Ai und Bet-El zurück, der nicht herausgezogen wäre hinter Israel her. Sie ließen die Stadt offen zurück und verfolgten Israel. 18Da sagte der Herr zu Josua: Streck das Sichelschwert in deiner Hand gegen Ai aus; denn ich gebe es in deine Hand. Josua streckte das Sichelschwert in seiner Hand gegen Ai aus. 19Die im Hinterhalt erhoben sich eilends aus ihrer Stellung und rannten los, als er seine Hand ausstreckte. Sie kamen in die Stadt, nahmen sie ein und steckten sie in Brand. 20Als die Männer von Ai sich umwandten und zurückblickten, siehe, da stieg der Rauch der Stadt zum Himmel empor. Es lag nicht mehr in ihrer Hand zu fliehen, weder hierhin noch dorthin. Denn das Volk, das zur Wüste hin geflohen war, wandte sich nun gegen den Verfolger. 21Als nämlich Josua und ganz Israel sahen, dass aus der Stadt Rauch aufstieg, dass also die Männer aus dem Hinterhalt die Stadt eingenommen hatten, machten sie kehrt und schlugen die Männer von Ai. 22Denn weil diese ihnen aus der Stadt nachgerückt waren, waren sie nun von beiden Seiten her mitten zwischen die Israeliten geraten. Die Israeliten schlugen sie, dass keiner von ihnen mehr übrig blieb, der hätte entkommen und sich in Sicherheit bringen können. 23Den König von Ai aber nahmen sie lebend gefangen und brachten ihn zu Josua. – 24Als Israel sämtliche Bewohner von Ai, die ihm nachgejagt waren, ohne Ausnahme auf freiem Feld und in der Steppe mit scharfem Schwert getötet hatte und alle gefallen waren bis auf den letzten Mann, kehrte ganz Israel nach Ai zurück und machte alles mit der Schärfe des Schwertes nieder. 25Es gab an jenem Tag insgesamt zwölftausend Gefallene, Männer und Frauen, die Gesamtheit der Männer von Ai. 26Josua aber ließ seine Hand, die er mit dem Sichelschwert ausgestreckt hatte, nicht sinken, bis er an allen Bewohnern von Ai den Bann* [*d. h. die Totalvernichtung] vollzogen hatte. 27Nur das Vieh und die Beute von jener Stadt nahm Israel für sich als Beute, nach dem Wort, das der Herrn Josua geboten hatte. 28Dann brannte Josua Ai nieder und machte es für immer zu einem Trümmerhaufen und zu einem öden Platz; das ist es geblieben bis zum heutigen Tag. 29Den König von Ai aber ließ er an einem Baum aufhängen; dort hing er bis zur Abenddämmerung. Als die Sonne unterging, gebot Josua, seine Leiche vom Baum abzunehmen, und sie warfen sie an den Eingang des Stadttores. Man errichtete über ihr einen großen Steinhaufen, der noch heute da ist.

Josua 9,22-24 (Versklavung der Gibeoniter) ǀ 22Darauf rief Josua die Gibeoniter und sagte zu ihnen: Warum habt ihr uns getäuscht und gesagt: Wir wohnen sehr weit entfernt von euch, obwohl ihr mitten in unserem Gebiet wohnt? 23Nun seid ihr verflucht; ihr müsst für immer Sklaven, Holzfäller und Wasserträger für das Haus meines Gottes sein. 24Sie antworteten Josua: Deinen Knechten wurde genau berichtet, was der Herr, dein Gott, seinem Knecht Mose befohlen hat: euch das ganze Land zu geben und alle Bewohner des Landes vor euren Augen zu vernichten. Darum hatten wir große Angst vor euch und fürchteten um unser Leben. Deshalb haben wir das getan.

Josua 10,10-11 (Vernichtung der Amoriter) ǀ 10Der Herr versetzte sie [die Amoriter] beim Anblick der Israeliten in Verwirrung, sodass er ihnen bei Gibeon eine schwere Niederlage beibrachte. Er verfolgte sie in Richtung auf die Steige von Bet-Horon und schlug sie bis nach Aseka und Makkeda. 11Als sie auf der Flucht vor Israel an den Abhang von Bet-Horon kamen, warf der Herr große Steine auf sie vom Himmel her, bis nach Aseka hin, sodass viele umkamen. Es kamen mehr durch die Hagelsteine um, als die Israeliten mit dem Schwert töteten.

Josua 10,28-43 (vollzogene Vernichtungsweihen im südlichen Westjordanland) ǀ 28Am gleichen Tag nahm Josua Makkeda ein und erschlug seine Bewohner und seinen König mit der Schärfe des Schwertes. Er vollzog an ihnen und allem, was in der Stadt lebte, den Bann; niemand ließ er entkommen. Mit dem König von Makkeda machte er es, wie er es mit dem König von Jericho gemacht hatte. 29Dann zog Josua mit ganz Israel von Makkeda weiter nach Libna und kämpfte gegen Libna. 30Der Herr gab auch Libna und seinen König in die Hand Israels. Josua erschlug alles, was in ihm lebte, mit der Schärfe des Schwertes; niemand ließ er entkommen. Mit seinem König machte er es, wie er es mit dem König von Jericho gemacht hatte. 31Dann zog Josua mit ganz Israel von Libna weiter nach Lachisch, belagerte die Stadt und griff sie an. 32Und der Herr gab auch Lachisch in die Hand Israels. Josua nahm die Stadt am zweiten Tag ein. Er erschlug alles, was in ihr lebte, mit der Schärfe des Schwertes, genauso, wie er es mit Libna gemacht hatte. 33Als Horam, der König von Geser, heranzog, um Lachisch zu helfen, schlug Josua auch ihn und sein Volk und ließ niemand übrig, der hätte entkommen können. 34Dann zog Josua mit ganz Israel von Lachisch weiter nach Eglon. Sie belagerten die Stadt und griffen sie an. 35Noch am gleichen Tag nahmen sie die Stadt ein und schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes. An allem, was in ihr lebte, vollzog man am selben Tag den Bann, genauso, wie man es mit Lachisch gemacht hatte. 36Von Eglon zog Josua mit ganz Israel nach Hebron hinauf und griff es an. 37Sie nahmen die Stadt ein und erschlugen ihren König und alles, was in ihr lebte, ebenso die Bewohner aller ihrer Tochterstädte, mit der Schärfe des Schwertes; niemand ließ er entkommen, genauso, wie er es mit Eglon gemacht hatte. Er vollzog an der Stadt und allem, was in ihr lebte, den Bann. 38Dann wandte sich Josua mit ganz Israel gegen Debir und griff die Stadt an. 39Er nahm die Stadt ein, ihren König und ihre Tochterstädte, schlug sie mit der Schärfe des Schwertes und vollzog an allem, was in ihr lebte, den Bann; niemand ließ er entkommen. Wie er es mit Hebron gemacht hatte, so machte er es mit Debir und seinem König, ebenso wie er es mit Libna und seinem König gemacht hatte. 40So schlug Josua das ganze Land – das Bergland und den Negeb, die Schefela und ihre Ausläufer – mit allen seinen Königen. Niemand ließ er entkommen; an jedem Lebenshauch vollzog er den Bann, wie es der Herr, der Gott Israels, geboten hatte. 41Josua schlug sie von Kadesch-Barnea bis Gaza und das ganze Land Goschen und bis nach Gibeon. 42Aller dieser Könige und ihrer Länder bemächtigte sich Josua mit einem Schlag; denn der Herr, der Gott Israels, kämpfte für Israel. 43Dann kehrte Josua mit ganz Israel in das Lager nach Gilgal zurück.

Josua 11,1-12; 11,21-22 (Auslöschung aller Feinde im nördlichen Westjordanland) ǀ 1Als Jabin, der König von Hazor, das hörte, schickte er Boten zu Jobab, dem König von Madon, zum König von Schimron, zum König von Achschaf 2und zu den Königen im Norden auf dem Gebirge und in der Araba südlich von Kinneret, in der Schefela und auf den Höhen von Dor im Westen, 3zu den Kanaanitern im Osten und im Westen, zu den Amoritern, Hetitern und Perisitern, zu den Jebusitern im Gebirge und den Hiwitern am Fuß des Hermon im Land Mizpe. 4Da rückten sie aus mit all ihren Truppen, einem Heer so groß und zahlreich wie der Sand am Ufer des Meeres, dazu mit einer großen Menge von Pferden und Wagen. 5Alle diese Könige taten sich zusammen, rückten heran und bezogen gemeinsam ihr Lager bei den Wassern von Merom, um den Kampf mit Israel aufzunehmen. – 6Der Herr sagte zu Josua: Fürchte dich nicht vor ihnen! Denn morgen um diese Zeit gebe ich sie allesamt preis, erschlagen vor Israel. Du wirst ihre Pferde lähmen und ihre Wagen in Brand stecken. 7Da rückte Josua mit dem ganzen Heer an den Wassern von Merom plötzlich gegen sie vor und überfiel sie. 8Der Herr gab sie in die Hand Israels und die Israeliten schlugen sie und verfolgten sie bis Groß-Sidon und Misrefot-Majim und bis zur Ebene von Mizpe im Osten. Sie schlugen sie, dass keiner von ihnen übrig blieb, der hätte entkommen können. 9Josua machte mit ihnen, was der Herr ihm gesagt hatte: Er lähmte ihre Pferde und steckte ihre Wagen in Brand. – 10Zu jener Zeit kehrte Josua um und nahm Hazor ein; ihren König erschlug er mit dem Schwert. Hazor hatte früher die Oberherrschaft über alle diese Königreiche. 11Die Israeliten erschlugen alles, was in der Stadt lebte, mit scharfem Schwert und vollzogen an ihm den Bann. Nichts Lebendiges blieb übrig. Die Stadt selbst steckte man in Brand. – 12Aller dieser Königsstädte samt ihren Königen bemächtigte sich Josua; er erschlug alles mit der Schärfe des Schwertes und vollzog an ihm den Bann, wie Mose, der Knecht des Herrn, geboten hatte. […] 21Zu jener Zeit zog Josua auch gegen die Anakiter, die im Gebirge, in Hebron, in Debir, in Anab, im Bergland von Juda und im Bergland von Israel wohnten; er rottete sie überall aus und vollzog an ihnen samt ihren Städten den Bann. 22Im Land der Israeliten blieben keine Anakiter übrig; nur in Gaza, Gat und Aschdod verblieben sie.

Josua 24,13-14 (Gabe: bewirtschaftetes Land und Städte) ǀ 13Ich gab euch ein Land, um das ihr euch nicht bemüht hattet, und Städte, die ihr nicht erbaut hattet. Ihr habt in ihnen gewohnt und ihr habt von Weinbergen und Ölbäumen gegessen, die ihr nicht gepflanzt hattet. 14Fürchtet also jetzt den Herrn und dient ihm in vollkommener Treue! Schafft die Götter fort, denen eure Väter jenseits des Stroms und in Ägypten gedient haben, und dient dem Herrn!

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(F) Das Buch der Richter

Richter 8,4-21 (Bestrafung von Sukkot; Auslöschung von Pnuël samt der Menschen) ǀ 4Als Gideon an den Jordan gekommen und mit den dreihundert Männern, die bei ihm waren, hinübergegangen war, erschöpft von der Verfolgung, 5sagte er zu den Einwohnern von Sukkot: Gebt doch den Leuten, die mir folgen, einige Laibe Brot; denn sie sind erschöpft. Ich bin dabei, Sebach und Zalmunna, die Könige von Midian, zu verfolgen. 6Doch die Oberen von Sukkot entgegneten: Sind denn die Hände von Sebach und Zalmunna schon in deiner Hand, dass wir deinem Heer Brot geben sollten? 7Darauf sagte Gideon: Wahrhaftig, wenn der Herr Sebach und Zalmunna in meine Hand gibt, dann dresche ich euch den Leib mit Wüstendornen und Stechdisteln. 8Dann zog er von Sukkot hinauf nach Penuël und sprach die Leute dort in derselben Weise an; aber die Einwohner von Penuël antworteten ihm genauso, wie die Männer von Sukkot geantwortet hatten. 9Da drohte er auch den Männern von Penuël: Wenn ich heil zurückkehre, werde ich die Burg hier niederreißen. – 10Sebach und Zalmunna befanden sich mit ihrem Heerlager in Karkor; es waren etwa fünfzehntausend Mann; das war alles, was von dem ganzen Heerlager der Leute aus dem Osten übrig geblieben war. Hundertzwanzigtausend mit dem Schwert bewaffnete Männer waren gefallen. 11Gideon zog auf dem Beduinenweg östlich von Nobach und Jogboha hinauf und schlug das Heerlager, während es sich in Sicherheit wähnte. 12Sebach und Zalmunna flohen, aber er verfolgte sie, nahm die beiden Midianiterkönige Sebach und Zalmunna gefangen und scheuchte das ganze Heerlager auseinander. – 13Als Gideon, der Sohn des Joasch, aus dem Kampf von Maale-Heres zurückkehrte, 14nahm er einen jungen Mann fest, der zu den Leuten von Sukkot gehörte. Er fragte ihn aus und dieser musste ihm die Oberen und Ältesten von Sukkot aufschreiben, siebenundsiebzig Männer. 15Als er nun zu den Einwohnern von Sukkot kam, sagte er: Hier sind Sebach und Zalmunna, deretwegen ihr mich verhöhnt habt mit den Worten: Sind denn die Hände von Sebach und Zalmunna schon in deiner Hand, dass wir deinen erschöpften Männern Brot geben sollten? 16Dann ergriff er die Ältesten der Stadt und Wüstendornen und Stechdisteln und drosch mit ihnen die Männer von Sukkot. 17Die Burg von Penuël aber riss er nieder und tötete die Männer in der Stadt. – 18Dann sagte er zu Sebach und Zalmunna: Wo sind die Männer, die ihr in Tabor getötet habt? Sie antworteten: Sie waren wie du; jeder sah aus wie ein Königssohn. 19Er entgegnete: Es waren meine Brüder, die Söhne meiner Mutter. So wahr der Herr lebt: Hättet ihr sie am Leben gelassen, würde ich euch nicht töten. 20Und er sagte zu Jeter, seinem Erstgeborenen: Auf, töte sie! Aber der Junge zog sein Schwert nicht; er hatte Angst, weil er noch so jung war. 21Da sagten Sebach und Zalmunna: Steh selber auf und schlag uns nieder! Denn wie der Mann, so seine Kraft. Da stand Gideon auf und tötete Sebach und Zalmunna. […]

Richter 9,22-49 (die Vernichtung von Sichems Einwohnerschaft) ǀ 22Als Abimelech drei Jahre lang über Israel geherrscht hatte, 23sandte Gott einen bösen Geist zwischen Abimelech und die Bürger von Sichem, sodass die Bürger von Sichem von Abimelech abfielen. […] 41Abimelech aber blieb in Aruma wohnen und Sebul vertrieb Gaal und seine Brüder; sie konnten nicht mehr in Sichem bleiben. – 42Am anderen Morgen gingen die Leute aufs Feld hinaus. Das meldete man Abimelech. 43Er nahm seine Leute, teilte sie in drei Abteilungen und legte auf dem Feld einen Hinterhalt. Als er sah, wie die Leute aus der Stadt herauskamen, überfiel er sie und erschlug sie. 44Abimelech stürmte mit den Abteilungen, die bei ihm waren, vor und bezog am Eingang des Stadttors Stellung, während die beiden Abteilungen auf die, die auf dem Feld waren, eindrangen und sie erschlugen. 45Abimelech kämpfte jenen ganzen Tag gegen die Stadt. Er eroberte sie und tötete ihre Einwohner. Dann zerstörte er die Stadt und streute Salz über sie. – 46Als die Besatzung der Burg von Sichem davon hörte, zog sie sich in das Gewölbe des Tempels des Bundesgottes zurück. 47Abimelech wurde gemeldet, dass sich die ganze Besatzung der Burg von Sichem dort versammelt hatte. 48Daraufhin stieg Abimelech mit all seinen Leuten den Berg Zalmon hinauf. Abimelech nahm seine Axt in die Hand, hieb einen Busch ab, hob ihn auf, legte ihn auf seine Schulter und sagte zu seinen Leuten: Macht mir nach, was ihr gesehen habt, aber schnell! 49Da hieben auch alle seine Leute einen Busch ab und zogen hinter Abimelech her. Sie legten die Zweige auf das Gewölbe und zündeten sie an und steckten das Gewölbe über der Besatzung in Brand. So kam auch die ganze Besatzung der Burg von Sichem um, etwa tausend Männer und Frauen.

Richter 21,6-12 (Strafaktion gegen Jabesch-Gilead; Jungfrauen-Raub) ǀ 6Nun aber tat es den Israeliten leid um ihren Bruder Benjamin und sie sagten: Heute ist ein ganzer Stamm von Israel abgehauen worden. 7Wie können wir denen, die übrig geblieben sind, Frauen verschaffen? Wir haben doch beim Herrn geschworen, ihnen keine von unseren Töchtern zur Frau zu geben. 8Darum fragten sie: Ist etwa einer von den Stämmen Israels nicht zum Herrn nach Mizpa hinaufgezogen? Und tatsächlich war niemand aus Jabesch-Gilead zur Versammlung ins Heerlager gekommen. 9Das Volk wurde gemustert und siehe, keiner der Einwohner von Jabesch-Gilead war da. – 10Die Gemeinde schickte deshalb zwölftausend Mann von den Kriegsleuten nach Jabesch-Gilead mit dem Befehl: Geht hin und erschlagt die Einwohner von Jabesch-Gilead mit scharfem Schwert, auch Frauen und Kinder! 11So sollt ihr es machen: An allem, was männlich ist, und an allen Frauen, die schon Verkehr mit einem Mann hatten, sollt ihr den Bann vollziehen. 12Sie fanden aber unter den Einwohnern von Jabesch-Gilead vierhundert jungfräuliche Mädchen, die noch keinen Verkehr mit einem Mann hatten. Diese brachten sie ins Lager nach Schilo im Land Kanaan.

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(G) Die Samuel-Bücher

1 Samuel 15,1-33 (Zweiter Krieg gegen die Amalekiter) ǀ 1Samuel sagte zu Saul: Der Herr hatte mich gesandt, um dich zum König seines Volkes Israel zu salben. Darum gehorche jetzt den Worten des Herrn! 2So spricht der Herr der Heerscharen: Ich habe beobachtet, was Amalek Israel angetan hat: Es hat sich ihm in den Weg gestellt, als Israel aus Ägypten heraufzog. 3Darum zieh jetzt in den Kampf und schlag Amalek! Ihr werdet an allem, was ihm gehört, den Bann vollziehen! Schone es nicht, sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel! 4Saul bot das Volk auf und musterte es in Telaim. Es waren zweihunderttausend Mann Fußvolk, dazu noch zehntausend Mann mit den Judäern. 5Saul rückte bis zur Stadt der Amalekiter vor und legte im Bachtal einen Hinterhalt. 6Den Kenitern aber ließ er sagen: Auf, zieht fort, verlasst das Gebiet der Amalekiter, damit ich euch nicht zusammen mit ihnen vernichte; denn ihr habt euch gegenüber allen Israeliten freundlich verhalten, als sie aus Ägypten heraufzogen. Da verließen die Keniter das Gebiet der Amalekiter. 7Saul aber schlug die Amalekiter zwischen Hawila und der Gegend von Schur, das Ägypten gegenüberliegt. 8Agag, den König von Amalek, brachte er lebend in seine Gewalt; aber am ganzen Volk vollzog er den Bann mit der Schärfe des Schwertes. 9Saul und das Volk schonten Agag, ebenso auch die besten von den Schafen und Rindern, nämlich das Mastvieh und die Lämmer, sowie alles, was sonst noch wertvoll war. Das wollten sie nicht zum Banngut machen. Nur alles Minderwertige und Wertlose machten sie zum Banngut. – 10Deshalb erging das Wort des Herrn an Samuel: 11Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe. Denn er hat sich von mir abgewandt und hat meine Befehle nicht ausgeführt. […] 20Saul erwiderte Samuel: Ich habe doch auf die Stimme des Herrn gehört; ich bin den Weg gegangen, auf den der Herr mich geschickt hat; ich habe Agag, den König von Amalek, hergebracht und an den Amalekitern den Bann vollzogen. 21Aber das Volk hat von der Beute einige Schafe und Rinder genommen, das Beste vom Banngut, um es dem Herrn, deinem Gott, in Gilgal zu opfern. 22Samuel aber sagte: Hat der Herr an Brandopfern und Schlachtopfern das gleiche Gefallen / wie am Gehorsam gegenüber der Stimme des Herrn? Wahrhaftig, Gehorsam ist besser als Opfer, / Hinhören besser als das Fett von Widdern. […] 32Darauf sagte Samuel: Bringt Agag, den König von Amalek, zu mir! Agag wurde in Fesseln zu ihm gebracht und sagte: Wahrhaftig, die Bitterkeit des Todes ist gewichen. 33Samuel aber erwiderte: Wie dein Schwert die Frauen um ihre Kinder gebracht, / so sei unter den Frauen deine Mutter kinderlos gemacht. – Und Samuel hieb vor den Augen des Herrn in Gilgal Agag in Stücke. 34Dann ging Samuel nach Rama und Saul zog hinauf in sein Haus nach Gibea-Saul.

1. Samuel 17,45-47 (im Namen des Gottes der Schlachtreihen Israels) ǀ 45David antwortete dem Philister [Goliat aus Gat]: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des Herrn der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast. 46Heute wird dich der Herr mir ausliefern. Ich werde dich erschlagen und dir den Kopf abhauen. Die Leichen des Heeres der Philister werde ich noch heute den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben. Alle Welt soll erkennen, dass Israel einen Gott hat. 47Auch alle, die hier versammelt sind, sollen erkennen, dass der Herr nicht durch Schwert und Speer Rettung verschafft; denn es ist ein Krieg des Herrn und er wird euch in unsere Hand geben.

1. Samuel 22,19 (Ausrottung allen Lebens in Nob durch Saul) ǀ 19Auch die Priesterstadt Nob schlug er [= König Saul] mit scharfem Schwert: Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder, Esel und Schafe mit scharfem Schwert. 20Nur ein einziger Sohn Ahimelechs, des Sohnes Ahitubs, namens Abjatar konnte sich in Sicherheit bringen und zu David fliehen.

1. Samuel 30,1-17 (Dritter Krieg gegen die Amalekiter) ǀ 1Als David und seine Männer am dritten Tag nach Ziklag kamen, waren die Amalekiter in den Negeb und in Ziklag eingefallen und hatten Ziklag erobert und niedergebrannt. 2Die Frauen und was sonst in der Stadt war, Jung und Alt, hatten sie, ohne jemand zu töten, gefangen genommen und bei ihrem Abzug mit sich weggeführt. 3Als David mit seinen Männern zur Stadt kam, sah er, dass sie niedergebrannt und die Frauen, Söhne und Töchter gefangen genommen worden waren. 4 […] Da Aber David fand Kraft beim Herrn, seinem Gott. […] 11Man griff dort im Gelände einen Ägypter auf und brachte ihn zu David. […] 15David sagte zu ihm: Kannst du mich zu dieser Räuberbande hinführen? Er antwortete: Schwöre mir bei Gott, dass du mich nicht tötest und mich nicht an meinen Herrn ausliefern wirst; dann will ich dich zu dieser Räuberbande hinführen. 16Als er David hinführte, sah man die Amalekiter über die ganze Gegend verstreut; sie aßen und tranken und feierten, weil sie im Land der Philister und im Land Juda so reiche Beute gemacht hatten. 17David schlug sie vom Morgengrauen an bis zum Abend des folgenden Tages; keiner von ihnen entkam, außer vierhundert jungen Männern, die sich auf ihre Kamele setzen und fliehen konnten.

2. Samuel 8,2 (zwei Drittel der männlichen Bevölkerung Moabs werden abgeschlachtet) ǀ 1Hernach schlug David die Philister. Er unterwarf sie und nahm ihnen die Zügel der Herrschaft aus der Hand. 2Auch die Moabiter schlug er. Sie mussten sich nebeneinander auf die Erde legen und er maß die Reihe mit einer Messschnur ab: Jeweils zwei Schnurlängen wurden getötet und jeweils eine volle Schnurlänge ließ er am Leben. So wurden die Moabiter David untertan und tributpflichtig.

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(H) Die Bücher der Könige

1. Könige 9,6-7 (göttliche Warnung an Israel unter König Salomo) ǀ 6Doch wenn ihr und eure Söhne euch von mir abwendet und die Gebote und Satzungen, die ich euch gegeben habe, übertretet, wenn ihr euch anschickt, andere Götter zu verehren und anzubeten, 7dann werde ich Israel in dem Land ausrotten, das ich ihm gegeben habe. Das Haus, das ich meinem Namen geweiht habe, werde ich aus meinem Angesicht wegschaffen und Israel soll zum Gespött und zum Hohn unter allen Völkern werden.

1. Könige 11,15-16 ǀ (Davids Heerführer tötet in Edom alles Männliche) ǀ 15Als David die Edomiter geschlagen hatte und sein Heerführer Joab hinaufzog, um die Gefallenen zu begraben, tötete er in Edom alles, was männlich war. 16Sechs Monate hielt sich Joab mit ganz Israel in Edom auf, bis er alles, was männlich war, ausgerottet hatte.

2. Könige 3,5-7 und 3,25-27 (Vernichtungsfeldzug gegen Moab) ǀ 5Nach dem Tod Ahabs aber fiel der König von Moab vom König von Israel ab. 6König Joram rückte daher zu dieser Zeit von Samaria aus und musterte ganz Israel. 7Auch ließ er Joschafat, dem König von Juda, sagen: Der König von Moab ist von mir abgefallen. Willst du mit mir gegen Moab in den Krieg ziehen? Joschafat antwortete: Ich ziehe mit dir, mein Volk mit deinem Volk, meine Pferde mit deinen Pferden. […] 25Sie zerstörten die Städte und auf alle guten Äcker warf jeder seinen Stein, bis sie ganz bedeckt waren. Auch schütteten sie alle Wasserquellen zu und fällten alle wertvollen Bäume. Zuletzt blieb nur noch Kir-Heres übrig; diese Stadt umstellten und beschossen die Schleuderer. 26Als der König von Moab sah, dass er dem Angriff nicht mehr standhalten konnte, sammelte er siebenhundert mit dem Schwert bewaffnete Männer um sich und versuchte, beim König von Edom durchzubrechen. Doch es gelang ihnen nicht. 27Nun nahm er seinen erstgeborenen Sohn, der nach ihm König werden sollte, und brachte ihn auf der Mauer als Brandopfer dar. Da kam ein gewaltiger Zorn über Israel. Sie zogen von Moab ab und kehrten in ihr Land zurück.

2. Könige 15,13-16 (Bestrafung der Stadt Tifsach und ihres Umlandes; Aufschlitzen von Schwangeren) ǀ 13Im neununddreißigsten Jahr Usijas, des Königs von Juda, wurde Schallum, der Sohn des Jabesch, König und regierte einen Monat in Samaria. 14Gegen ihn zog Menahem, der Sohn Gadis, von Tirza heran, kam nach Samaria, erschlug Schallum, den Sohn des Jabesch, in Samaria und wurde König an seiner Stelle. – 15Die übrige Geschichte Schallums und die Verschwörung, die er angezettelt hat, sind aufgezeichnet in der Chronik der Könige von Israel. 16Damals eroberte Menahem von Tirza aus die Stadt Tifsach und tötete alle Bewohner der Stadt und ihrer Umgebung, weil sie ihm die Tore nicht geöffnet hatten. Er eroberte sie und ließ ihren schwangeren Frauen den Leib aufschlitzen.

2. Könige 19,20 und 19,35 (Gemetzel an 185.000 assyrische Soldaten) ǀ 20Jesaja, der Sohn des Amoz, schickte zu Hiskija und ließ ihm sagen: So spricht der Herrn, der Gott Israels: Du hast zu mir wegen Sanherib, des Königs von Assur, gebetet. Ich habe es gehört. […] 35In jener Nacht zog der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer hundertfünfundachtzigtausend Mann. Als man am nächsten Morgen aufstand, siehe, sie alle waren Leichen, Tote.

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(I) Die Bücher der Chronik

1. Chronik 4,41-43 (Bezug: Zeit von König Hiskija; 725-696 v. Chr.) ǀ 41So kamen diese mit Namen Aufgezeichneten in den Tagen des Königs Hiskija von Juda, machten einen Anschlag auf ihre Zelte und auf die Mëuniter, die sich dort fanden, und blieben bis zum heutigen Tag. Sie vollzogen an ihnen den Bann und ließen sich an ihrer Stelle nieder; denn es gab dort Weideplätze für ihre Schafe und Ziegen. 42Von den Nachkommen Simeons zogen fünfhundert Mann in das Gebirge Seïr. Pelatja, Nearja, Refaja und Usiël, die Söhne Jischis, standen an ihrer Spitze. 43Sie schlugen die Restbevölkerung, die von den Amalekitern noch vorhanden war, und wohnen dort bis zum heutigen Tag. 

2 Chronik 13,16-17 (Juda versus Israel) ǀ 16Die Israeliten mussten vor den Judäern fliehen. Gott gab sie in ihre Hand 17und Abija und seine Leute versetzten ihnen harte Schläge, sodass fünfhunderttausend […] Krieger von ihnen fielen.

2. Chronik 25,1. 11-14 (das Hinabwerfen von 10.000 Gefangenen in Felsschluchten) ǀ 1Amazja war fünfundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte neunundzwanzig Jahre in Jerusalem. […] 11Amazja aber fasste Mut und führte sein Volk in den Krieg. Er zog in das Salztal und erschlug von den Seïritern zehntausend Mann. 12Zehntausend nahmen die Judäer lebend gefangen, führten sie auf die Höhe eines Felsens und stürzten sie hinab, sodass alle zerschmettert wurden. 13Die Angehörigen der Söldnertruppe aber, die Amazja zurückgeschickt und am Kriegszug nicht hatte teilnehmen lassen, überfielen die Städte Judas zwischen Samaria und Bet-Horon, erschlugen dort dreitausend Mann und machten reiche Beute. – 14Nach der Rückkehr vom Sieg über die Edomiter stellte Amazja die Götter der Seïriter, die er mitgebracht hatte, als Götter für sich auf, fiel vor ihnen nieder und brachte ihnen Opfer dar. 15Da entbrannte der Zorn des Herrn gegen Amazja. […]

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(J) Die Psalmen

Psalm 2,6-9 (eiserne Keule der Zertrümmerung) ǀ 6Ich selber habe meinen König eingesetzt * auf Zion, meinem heiligen Berg. 7Den Beschluss des Herrn will ich kundtun./ Er sprach zu mir: Mein Sohn bist du. * Ich selber habe dich heute gezeugt. 8Fordere von mir und ich gebe dir die Völker zum Erbe * und zum Eigentum die Enden der Erde. 9Du wirst sie zerschlagen mit eisernem Stab, * wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern.

Psalm 3,6-8 (den Kiefer der Feinde zerschmettern) ǀ 6Ich legte mich nieder und schlief, * ich erwachte, denn der Herr stützt mich. 7Viele Tausende von Krie­gern fürchte ich nicht, * die mich ringsum belagern. 8 Herr, steh auf, * mein Gott, bring mir Hilfe! Denn all meinen Feinden hast du den Kiefer zerschmettert, * hast den Frevlern die Zähne zerbrochen.

Psalm 9,5-8 (Feind für immer zertrümmert; Städte entvölkert; Auslöschung der Erinnerung an sie) ǀ 5Denn du hast mir Recht verschafft und für mich entschieden, * dich auf den Thron gesetzt als gerechter Richter. 6Du hast Völker bedroht, den Frevler vernichtet, * ihre Namen gelöscht für immer und ewig. 7Der Feind ist dahin, zertrümmert für immer. * Du hast Städte entvölkert, ihr Andenken wurde zunichte. 8Ja, so sind sie, aber der Herr thront auf ewig, * zum Gericht hat er seinen Thron aufgestellt.

Psalm 18,38-43 (Feinde zu Staub zermalmt) ǀ 38Ich verfolge meine Feinde und hole sie ein, * ich kehre nicht um, bis sie vernichtet sind. 39Ich schlage sie nieder; / sie können nicht mehr aufstehen, * sie fallen und liegen unter meinen Füßen. 40Du hast mich zum Kampf mit Kraft umgürtet, * hast in die Knie gezwungen, die gegen mich aufstehn. 41Den Nacken meiner Feinde gabst du mir preis, * ich konnte die vernichten, die mich hassen. 42Sie schreien, doch da ist kein Retter, * zum Herrn, doch er gab keine Antwort. 43Ich zermalme sie zu Staub vor dem Wind, * schütte sie auf die Straße wie Unrat.

Psalm 44,5-8 (Gottes Handeln ist ausschlaggebend) ǀ 5Du bist es, mein König, Gott! * Gebiete rettende Taten für Jakob! 6Mit dir stoßen wir unsere Bedränger nieder, * in deinem Namen zertreten wir, die gegen uns aufstehn. 7Denn ich vertraue nicht auf meinen Bogen, * noch wird mein Schwert mir Rettung bringen; nein, du hast uns vor unseren Bedrängern gerettet […]

Psalm 58,11-12 (Blutbad) ǀ 11Wenn er die Vergeltung sieht, freut sich der Gerechte; er badet seine Füße im Blut des Frevlers. 12Dann sagen die Menschen: / Der Gerechte erhält seinen Lohn; es gibt einen Gott, der auf Erden Gericht hält.

Psalm 68,22-24 (Blutbad) ǀ 22Ja, Gott zerschmettert das Haupt seiner Feinde, * den Scheitel dessen, der in Sünde dahinlebt. 23Der Herr hat gesprochen: Ich bringe vom Baschan zurück, * ich bringe zurück aus den Tiefen des Meeres. 24Dein Fuß wird baden im Blut, * die Zunge deiner Hunde ihren Anteil bekommen an den Feinden.

Psalm 72,8-9 (Für König Salomo) ǀ 8Er herrsche von Meer zu Meer, * vom Strom bis an die Enden der Erde. 9Vor seinem Angesicht sollen sich beugen die Bewohner der Wüste, * Staub lecken vor ihm seine Feinde.

Psalm 83,7-14 (Menschen als Dung für den Acker) ǀ 7Edoms Zelte und die Ismaeliter, * Moab und die Hagariter, 8Gebal, Ammon und Amalek, * das Philisterland mit den Bewohnern von Tyrus. 9Auch Assur schließt sich ihnen an * und leiht den Arm den Söhnen Lots. [Sela] 10Mach es mit ihnen wie mit Midian und Sisera, * wie mit Jabin am Bach Kischon. 11Sie wurden bei En-Dor vernichtet, * wurden zum Dung für den Acker. […] 14Mach sie zu Distelgewirbel, mein Gott, * zu Spreu vor dem Wind!

Psalm 106,32-36 (Zorn Gottes wegen Nichtausführung des totalen Ausrottungsbefehles) ǀ 32Sie erzürnten Gott an den Wassern von Meriba, * ihretwegen erging es Mose übel. 33Denn sie waren widerspenstig gegen seinen Geist * und er redete unbedacht mit seinen Lippen. 34Sie rotteten die Völker nicht aus, * wie der Herr es ihnen befohlen. [vgl. z. B. 1. Samuel 15; 1. Könige 20,42] 35Sie vermischten sich mit den Völkern * und lernten von ihren Taten. 36Sie dienten deren Götzen, * sie wurden ihnen zur Falle.

Psalm 110,5-6 (Anhäufung der Toten) ǀ 5Der Herr steht dir zur Rechten; * er zerschmettert Könige am Tag seines Zorns. 6Er hält Gericht unter den Völkern, er häuft die Toten, * die Häupter zerschmettert er weithin auf Erden.

Psalm 137,1 und 9-10 (Kinder der Feinde am Felsen zerschmettern) ǀ 1An den Strömen von Babel, / da saßen wir und wir weinten, * wenn wir Zions gedachten. […] 8Tochter Babel, du der Verwüstung Geweihte: / Selig, wer dir vergilt deine Taten, * die du uns getan hast! 9Selig, wer ergreift und zerschlägt * am Felsen deine Nachkommen! [Alternative Übersetzung: „… Wohl dem, der dir heimzahlt, was du uns getan hast! Wohl dem, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert!“]

Psalm 144,1 ǀ 1Von David. Gepriesen sei der Herr, mein Fels, / der meine Hände den Kampf lehrt, * meine Finger den Krieg!

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(K) Das Buch Jesaja

Jesaja 13,4-6 und 13,15-18 (auch mit Kleinkindern und Leibesfrucht kein Erbarmen) ǀ 4Horch, Getümmel auf den Bergen / gleich einem zahlreichen Volk. Horch, Getöse von Königreichen, Nationen versammeln sich. / Der Herr der Heerscharen mustert ein Kriegsheer. 5Sie kommen aus einem fernen Land, vom Ende des Himmels: / der Herr und die Waffen seines Zorns, / um die ganze Erde zu verwüsten. 6Schreit auf, denn der Tag des Herrn ist nahe; / er kommt wie eine zerstörende Macht vom Allmächtigen. […] 15Jeder, der gefunden wird, wird durchbohrt / und jeder, der aufgegriffen wird, fällt durch das Schwert. 16Ihre Kleinkinder werden vor ihren Augen zerschmettert, / ihre Häuser geplün­dert, ihre Frauen geschändet. 17Siehe, ich stachle die Meder gegen sie auf, / denen das Silber nichts gilt / und das Gold nichts bedeutet. 18Und Bogen werden junge Männer niederstrecken; / mit der Leibesfrucht haben sie kein Erbarmen, / mit Kindern hat ihr Auge kein Mitleid.

Jesaja 54,15-17 (Gott und Waffenschmiede) ǀ 15Siehe, greift dich jemand an, / so geht es nicht von mir aus; / wer dich angreift, fällt im Kampf gegen dich. 16Ich habe den Schmied erschaffen, / der das Kohlenfeuer entfacht und Waffen herstellt, / wie es seinem Handwerk entspricht. Ich habe auch den, der vernichtet, erschaffen, / damit er zerstört. 17Keine Waffe wird etwas ausrichten, die man gegen dich schmiedet […]

Vgl. auch Jesaja 34,2-6 (großer Bann) und Jesaja 63,3-6 (Tag der Rache).

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(L) Das Buch Ezechiel

Ezechiel 9,3-6 (göttliches Strafgericht) ǀ 3Die Herrlichkeit des Gottes Israels erhob sich vom Kerub, über dem sie war, hinüber zur Schwelle des Tempels. Er rief den Mann, der das leinene Gewand trug und an dessen Hüften das Schreibzeug hing. 4Der Herr sagte zu ihm: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem und schreib ein Taw auf die Stirn der Männer, die seufzen und stöhnen über all die Gräueltaten, die in ihr begangen werden! 5Und zu den anderen hörte ich ihn sagen: Geht hinter ihm her durch die Stadt und schlagt zu! Eure Augen sollen kein Mitleid zeigen, gewährt keine Schonung! 6Alt und Jung, Mädchen, Kinder und Frauen sollt ihr erschlagen und umbringen. Doch von denen, die das Taw auf der Stirn haben, dürft ihr keinen anrühren. […]

Ezechiel 38,19-22 (Drohung gegen Gog) ǀ 19In meinem leidenschaftlichen Eifer, im Feuer meiner Wut, spreche ich: Fürwahr! An jenem Tag wird es im Land Israel ein gewaltiges Erdbeben geben. 20Dann erbeben vor mir die Fische im Meer und der Vogel am Himmel, das Wild auf dem Feld und alles Kriechtier, das auf dem Erdboden kriecht, und jeder Mensch auf dem Erdboden. Es bersten die Berge, die Felswände stürzen ein und jede Mauer stürzt zu Boden. 21Dann rufe ich für alle meine Berge das Schwert herbei – gegen ihn – Spruch Gottes, des Herrn. Da wird sich das Schwert des einen gegen den andern wenden. 22Ich richte ihn durch Pest und Blut; ich lasse Wolkenbruch und Hagelschlag, Feuer und Schwefel herabregnen über ihn und seine Truppen und über die vielen Völker, die bei ihm sind. Vgl. auch Jeremia 25,30 (Keltertreter) und 46,10 (Schlachtfest).

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Literatur zum Thema

Unser Sammelband zum Thema (Buchausgabe) ist auch online zugänglich.

Baldermann 1983 = Ingo Baldermann: Der Gott des Friedens und die Götter der Macht. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlag 1983.

Bammel 1957 = Fritz Bammel: Die Religionen der Welt und der Friede auf Erden. Eine religionsphänomenologische Studie. München: I & S. Federmann Verl. 1957.

Baumann 2006 = Gerlinde Baumann: Gottesbilder der Gewalt im Alten Testament verstehen. Darmstadt: WGB 2006.

Bernfeld 2025 = Simon Bernfeld (Bearb.): Sittlichkeit als Grundforderung des Judentums. Nach den Quellen: Gleichheit aller Menschen, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Frieden, Universalismus ǀ Auswahl. Herausgegeben von Peter Bürger. (= edition pace ǀ Regal: Pazifisten & Antimilitaristen aus jüdischen Familien, 12). Hamburg: BoD 2025.

Buggle 1992 = Franz Buggle: Denn sie wissen nicht, was sie glauben. Oder warum man redlicher Weise nicht mehr Christ sein kann. Eine Streitschrift. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1992.

Bürger 2026a = Peter Bürger (Hg.): Sei von den Schülern Aarons. Ein Lesebuch über die Friedensliebe der Rabbiner. (= edition pace ǀ Regal: Pazifisten & Antimilitaristinnen aus jüdischen Familien, 16). Hamburg: BoD 2026. ǀ Schalom-Bibliothek

Bürger 2026b = Peter Bürger (Hg.): Gewalt und Kriegstheologie in der Hebräischen Bibel. Ein Lesebuch der Schalom-Bibliothek. – Mit Texten von Peter Bürger (Hg.), Friedrich Erich Dobberahn, Jürgen Ebach, Bruno Kern, Ansgar Moenikes, Bernhard Lang, Thomas Nauerth, Egon Spiegel und Jochen Vollmer. (edition pace ǀ Regal: Pazifisten & Antimilitaristen aus jüdischen Familien, 16). Hamburg: BoD 2026. ǀ Schalom-Bibliothek

Butting/Minnaard 2024 = Klara Butting/Gerard Minnaard (Hg.): Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft. Biblische Grundlinien. Uelzen:Erev-Rav 2024.

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Dietrich/Mayordomo 2005 = Walter Dietrich / Moisés Mayordomo: Gewalt und Gewaltüberwindung in der Bibel. In Zusammenarbeit mit Claudia Henne-Einsele und einem studentischen Autorenteam. Zürich:TVZ 2005.

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Haußig 2024b = Hans-Michael Haußig: Judentum. Friedensnarrative im Tanach und in der rabbinischen Tradition. In: Ines-Jacqueline Werkner (Hg., unter Mitarbeit von Madlen Krüger und Anna Löw): Handbuch Religion in Konflikten und Friedensprozessen. Band 2. Wiesbaden: Springer VS 2024, S. 1009-1021.

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Homolka 2025 = Walter Homolka: Krieg und Frieden im Judentum. Ostfildern: Patmos Verlag 2025. [159 Seiten; basiert z.T. auf Homolka/Friedlander 1993 & Homolka 2017 – neue Teile u. a. zur ‚Kriegsethik‘.]

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Ingber 2024 = Michael Ingber: Verbotene, erlaubte und gebotene Kriege – jüdische Perspektiven. In: Ines-Jacqueline Werkner (Hg., unter Mitarbeit von Madlen Krüger und Anna Löw): Handbuch Religion in Konflikten und Friedensprozessen. Band 2. Wiesbaden: Springer VS 2024, S. 937-949.

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Kessler 2023 = Rainer Kessler: Der Weg zum Leben. Ethik des Alten Testaments. Zweite Auflage. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2023. [u. a. S. 291-318: ‚Josua und Richter – die Landnahme zwischen Eroberung und Befreiung‘]

Knauf/Niemann 2021/2025 = Ernst Axel Knauf / Hermann Michael Niemann: Geschichte Israels und Judas im Altertum [2021]. Zweite, aktualisierte und ergänzte Auflage. Berlin/Boston: Walter de Gruyter 2025. ǀ https://www.academia.edu/ 73668469/Geschichte_Israels_ und_Judas_im_Altertum [1. Auflage]

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Krochmalnik 2017 = Daniel Krochmalnik: Krieg und Frieden in der hebräischen Bibel und rabbinischen Tradition. In: Ines-Jacqueline Werkner / Klaus Ebeling (Hg.): Handbuch Friedensethik. Wiesbaden: Springer VS 2017, S. 191-202.

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Moenikes 2023 = Ansgar Moenikes: Gottesliebe und Menschenliebe als Forderung des Alten Testaments. In: Jürgen Boomgaarden / Martin Leiner / Bertram Schmitz (Hg.): Konfigurationen der Liebe. Liebesvorstellungen in Religion, Philosophie und Literatur. Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2023, S. 35-51.

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Mohagheghi/Stosch 2014 = Hamideh Mohagheghi / Klaus von Stosch (Hg.): Gewalt in den Heiligen Schriften von Islam und Christentum. Paderborn: Schöningh 2014.

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Nauerth 2020a = Thomas Nauerth: „Die Erde aber war vor Gott verdorben, die Erde war voller Gewalttat“ (Gen 6,11). Gewalt und Gewaltlosigkeit als biblisches Schlüsselthema. In: imprimatur 2/2020, S. 73-79. [http://www.imprimatur-trier.de/2020/Imprimatur-2020-02_3.pdf]

Nauerth 2020b = Thomas Nauerth: Psalm 68 – Vom Vergehen der Frevler und Gewalttäter. In: Portal ‚Bibel und Didaktik‘, 01.10.2020. [https://www.bibelund didaktik.uni-osnabrueck.de/psalm-683/]

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Rad 1969 = Gerhard von Rad: Der Heilige Krieg im alten Israel. Fünfte Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1969. [Erste Auflage: Zürich 1951].

Reichman 2024a = Ronen Reichman: Judentum – eine Skizze zur Bedeutung rabbinischer Rechtsdiskurse. In: Ines-Jacqueline Werkner (Hg., unter Mitarbeit von Madlen Krüger und Anna Löw): Handbuch Religion in Konflikten und Friedensprozessen. Band 1. Wiesbaden: Verlag Springer VS 2024, S. 303-308.

Reichman 2024b = Ronen Reichman: Aktuelle theologische Diskurse zum Ansatz „Frieden durch Recht“ – jüdische Perspektiven. In: Ines-Jacqueline Werkner (Hg., unter Mitarbeit von Madlen Krüger und Anna Löw): Handbuch Religion in Konflikten und Friedensprozessen. Band 1. Wiesbaden: Springer VS 2024, S. 563-572.

Richter 2024 = Silvia Richter: Das Beziehungsgeflecht von Theologie, religiöser Ethik und politischer Verantwortung im Judentum. In: Ines-Jacqueline Werkner (Hg., unter Mitarbeit von Madlen Krüger und Anna Löw): Handbuch Religion in Konflikten und Friedensprozessen. Band 2. Wiesbaden: Springer VS 2024, S. 1097-1106.

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Sand 2011 = Shlomo Sand: Die Erfindung des jüdischen Volkes. Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand [2008]. Aus dem Hebräischen von Alice Meroz. Berlin: List Taschenbuch 2011.

Sand 2023 = Shlomo Sand: Die Erfindung des Landes Israel. Mythos und Wahrheit. Aus dem Hebräischen von Markus Lemke [2014]. Fünfte Auflage. Berlin: List Taschenbuch 2023.

Schaik/Michel 2024 = Carel van Schaik / Kai Michel: Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. 10. Auflage. Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2024. [Originalausgabe: ‚The Good Book of Human Nature‘, 2016.]

Schmid 1986 = Hans Heinrich Schmid: Heiliger Krieg und Gottesfrieden im Alten Testament. In: Fritz Stolz (Hg.): Religion zu Krieg und Frieden. Zürich: Theologischer Verlag 1986, S. 49-65.

Schmitt 2011 = Rüdiger Schmitt: Der „Heilige Krieg“ im Pentateuch und im deuteronomistischen Geschichtswerk. Studien zur Forschungs-, Rezeptions- und Religionsgeschichte von Krieg und Bann im Alten Testament. Münster: Ugarit-Verlag 2011. [Auch als Digitalisat: https://www.academia.edu/39878101]

Schnocks 2014 = Johannes Schnocks: Das Alte Testament und die Gewalt. Studien zu göttlicher und menschlicher Gewalt in alttestamentlichen Texten und ihren Rezeptionen. (= Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament, Band 136). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2014.

Schnocks 2024 = Johannes Schnocks: Christentum – Gewaltnarrative im Alten und Neuen Testament. In: Ines-Jacqueline Werkner (Hg., unter Mitarbeit von Madlen Krüger und Anna Löw): Handbuch Religion in Konflikten und Friedensprozessen. Band 2. Wiesbaden: Springer VS 2024, S. 735-749.

Scholz 2021 = Günter Scholz: Von Gewalt zur Gewaltüberwindung in der Bibel. Theologische, anthropologische und ethische Aspekte. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2021.

Schreiner 2008 = Heilige Kriege. Religiöse Begründungen militärischer Gewaltanwendung – Judentum, Christentum und Islam im Vergleich. Herausgegeben von Klaus Schreiner unter Mitarbeit von Elisabeth Müller-Luckner. München: R. Oldenbourg Verlag 2008.

Seinsch 2015 = Jörn Seinsch: Ein Gott der Liebe? Wie Theologen die Bibel verfälschen. Marburg (Baden-Baden): Tectum Wissenschaftsverlag 2015.

Siquans 2021 = Agnethe Siquans: Der gerettete Retter. Exodus 1–2 in patristischer und rabbinischer Interpretation. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2021. ǀ Als Internetressource: https://library.oapen.org/bitstream/id/01cdc3be-fb0d -4fdd-ac37-6818a2fd6092/external_content.pdf

Spiegel 1989 = Egon Spiegel: Gewaltverzicht. Grundlagen einer biblischen Friedenstheologie. Zwei­te Auflage. Kassel: Verlag Weber, Zucht & Co 1989. – Jetzt: Dritte Auflage. (= edition pace | Regal: Pazifismus der frühen Kirche 3). Norderstedt: BoD 2024. (ISBN: 978-3-7693-2404-4).

Stolz 1972 = Fritz Stolz: Jahwes und Israels Kriege. Kriegstheorien und Kriegserfahrungen im Glauben des alten Israels. Zürich: Theologischer Verlag 1972.

Tolstoi 2025 = Leo N. Tolstoi: Begegnung mit dem Judentum. Briefe und andere Zeugnisse des Dichters, nebst Darstellungen von jüdischen Zeitgenossen. Ausgewählt und eingeleitet von Peter Bürger. (= Tolstoi-Friedensbibliothek: Band-Signatur TFb_B013). Hamburg: BoD 2025. ǀ https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/

Vollmer 2012/2023 = Jochen Vollmer: „Friedenskirche werden – ankommen im postkonstantinischen Zeitalter“. Friedenstheologische Beiträge zur Entgiftung von Kirche und Glauben. In Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Institut für Friedenstheologie herausgegeben von Matthias-W. Engelke. (Reihe: edition pace ǀ Digitalversion OekIF). Köln, 17.10.2023, S. 101-121: ‚ Israel – Volk, Land und Staat in biblischer Sicht Vortrag, gehalten in Trossingen am 21.09.2012.‘

Waldmann 1909 = Michael Waldmann: Die Feindesliebe in der antiken Welt und im Christentum. Eine historisch-ethische Untersuchung. Wien: Verlag von Mayer & Co. 1902.

Werkner 2024a = Ines-Jacqueline Werkner (Hg., unter Mitarbeit von Madlen Krüger und Anna Löw): Handbuch Religion in Konflikten und Friedensprozessen. Band 1. Wiesbaden: Springer VS 2024.

Werkner 2024b = Ines-Jacqueline Werkner (Hg., unter Mitarbeit von Madlen Krüger und Anna Löw): Handbuch Religion in Konflikten und Friedensprozessen. Band 2. Wiesbaden: Springer VS 2024.

Werkner/Ebeling 2017 = Ines-Jacqueline Werkner / Klaus Ebeling (Hg.): Handbuch Friedensethik. Wiesbaden: Springer VS 2017.

Wiese 2024 = Christian Wiese: Religion und Politik – jüdische Perspektiven. In: Ines-Jacqueline Werkner (Hg., unter Mitarbeit von Madlen Krüger und Anna Löw): Handbuch Religion in Konflikten und Friedensprozessen. Band 1. Wiesbaden: Springer VS 2024, S. 155-166.

Wunn 2018 = Ina Wunn: Barbaren, Geister, Gotteskrieger. Die Evolution der Religionen – entschlüsselt. Berlin: Springer 2018, bes. S. 316-325. Zenger 1994 = Erich Zenger: Ein Gott der Rache? Feindpsalmen verstehen. Freiburg i. Br.: Herder 1994.
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Abbildung oben ǀ Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister, Jan Bruegel der Ältere, die Schlacht der Israeliten gegen die Amalekiter, 1602 (nachträglich entfärbt & getönt). https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dresden,_Gem%C3%A4ldegalerie_Alte_Meister,_Jan_Bruegel_d.%C3%84.,_die_Schlacht_der_Israeliten_gegen_die_Amalekiter.jpg