Von Rabbiner Dr. Leo Baeck (1929).
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Wenn man im Namen des Judentums sich seines Pazifismus rühmte, so könnte dies sehr bald sein Bedenkliches haben. Die Gemeinde des Judentums ist, so sehr sie Subjekt einer geistigen Geschichte immer blieb, seit Jahrhunderten in der politischen Geschichte immer nur Objekt gewesen, Objekt von Auseinandersetzungen und Kämpfen zwischen und in den Völkern. Wenn sie seit langem immer den Frieden gepriesen und den Krieg verworfen hat, so war ihr dies kein Schweres geworden; denn vor sie trat keine Entscheidung hin, ihr Wort für den Krieg oder für den Frieden zu sprechen. Man könnte an Goethes ironischen Satz denken, daß „die Hindus der Wüste geloben, keine Fische zu essen.“
Aber das, worum es sich hier handelt, ist ja nicht, seiner Religion etwas zuzusprechen, was gelten soll, oder was gerade gilt, sondern darum handelt es sich hier, von seiner Religion aus vor sich selbst eine Rechenschaft zu geben, dieses Geschichtliche, das in uns Persönliches wird, reden zu lassen. Hier tritt dann freilich die ganze Problematik mit ihren Fragen vor uns hin. Denn es ist eine Tatsache, daß auch in das jüdische Schrifttum, wie in das der meisten Religionen – abgesehen vom Buddhismus, für den vieles hiervon ganz außerhalb seines Gedankenkreises bleibt –, gewiß, der Frieden als Ideal, ja als Forderung hineingestellt ist, aber doch auch der Krieg dort zum mindesten als ein nicht Abgewiesenes, ja als ein Geschichtliches dasteht. Und dieses Problem ist kein literarisches oder theologisches nur; es hat einen Ernst, der von jedem von uns verlangt, daß er sich mit ihm auseinandersetze. Denn es ist doch kein Zweifel, daß Menschen, in denen das Religiöse im Motiv wie im Tun eine Wirklichkeit war, denen das Streben nach Macht und das Trachten der Gewalt fernblieb, in Stunden der Entscheidung den Weg zum Frieden nur im Kriege gesehen haben, daß Menschen in den Krieg und so auch in den Weltkrieg, der hinter uns und doch nicht nur hinter uns liegt, gezogen sind mit der Gewißheit, einer Pflicht zu gehorchen, die mehr gelte als ein Mensch. Und trotzdem sprechen wir, nicht um einer Nützlichkeit willen, sondern aus ganzer Seele hervor, es aus, daß der Friede für uns Heilung und Rettung sein werde. Von wo kann die Antwort auf diesen Widerspruch ausgehen?
Sie kann am ehesten von einer Erwägung dessen herkommen, was für die Erfüllung des menschlichen Lebens der Weg und das Ziel bedeuten.
Jeder denkende oder auch nur nachdenkliche Mensch, jeder, der nicht nur in seinen Stunden und Tagen, sondern in seinen Jahren lebt, schreibt seinem Leben eine gewisse Richtung zu. Seine Stellung zur Tagespflicht und darüber hinaus zur Pflichtenreihe seines Daseins, seine Fähigkeit, durch sein Dasein, sei es im Geistigen oder Religiösen, sei es im Wirtschaftlichen oder Sozialen etwas zu verwirklichen, ist dadurch bestimmt, daß er so seinen Weg des Lebens hat. Mag sein Blick auf diesen seinen Lebensweg im Engen oder im Weiteren sein, mag er sich mit kleinen oder größeren Gedanken ihm zuwenden, das Entscheidende ist, daß er das Bewußtsein von diesem Wege hat und der Forderung, ihn zu gehen, genug tun will. Es sind nicht die schlechtesten und nicht die geringsten Menschen, denen es so zu eigen ist, Menschen der rechtschaffenen Pflichttreue, oft des kategorischen Imperativs und des Opferwillens – Menschen, die nach nichts anderem, als dem Wege fragen, der der ihre ist, nach den Schritten, die sie ihm folgend tun sollen. Und wenn ein Schicksal, wenn eine Fügung diesen Weg zum Kriege hinlenkt oder den Krieg zu gebieten scheint, dann gehen sie, ohne ein ferneres oder letztes Ziel zu erfragen, diesen Weg, und er auch ist ihnen nichts anderes, als die Richtung der Pflicht. So hat es, wenn schlichte Uebung des Geschuldeten ein Wesentliches der Frömmigkeit ist, nicht selten „fromme“ Menschen und auch „fromme“ Völker des Krieges gegeben.
Auf der anderen Seite wiederum sind die Menschen der Sehnsucht. Ihnen sind das Bestimmende im Leben die Ziele. Nach diesen, nach dem Fernsten im Dasein, sehen sie hinaus, zu den Idealen zieht ihre Begeisterung hin, sie wollen und mahnen immer wieder, daß das Letzte, die Erfüllung des ganz zu Erfüllenden, nicht vergessen und nicht verloren werde. Das Ferne ist ihnen immer das Nahe. Aber über dem Ziel übersehen sie darum bisweilen den Weg, oder sie wenden sich von ihm ab, weil er ihnen zu staubig oder zu steinig ist; ihre Liebe zum Guten ist oft die Fernstenliebe. Jenseits alles Entzweienden hören sie die Musik, in der alles Zwiespältige sich gelöst hat, von ihr soll ihr Leben umschwebt bleiben, in ihr spricht zu ihnen die ganze Bedeutung und der ganze Gehalt des Daseins, und was sonst im Tage sich nahen will, heischend und gebietend, wird ihnen oft gering oder gleichgültig und fremd – man könnte bisweilen an das Wort des Kungtze denken: „Was ist Musik ohne die gute Tat!“ Auch der Frieden ist für sie dieser Sphärenklang, dem sie andächtig sich hingeben, der Krieg mit dem, was er verlangt, das Mißtönende, das Verworrene, von dem sie sich abkehren. Wer möchte diese reine Sehnsucht und ihre Menschen missen wollen! So sind es, wenn anders die Erschlossenheit für die Harmonie und ihre Lauterkeit ein Wesentliches der Frömmigkeit ist, „fromme“ Menschen, die so unbedingt den Krieg verdammen, die nur im Frieden den Sinn des Lebens vernehmen.
Auch hier könnte daher das bittere, spottende Wort gesprochen werden, daß von hüben und drüben, auch für den Krieg und gegen ihn, Gott angerufen werde.
Für die jüdische Religiosität will dieser Widerspruch zur Antwort werden. Denn es ist ihr Eigentümliches, daß in ihr die Gewißheit des Weges und die des Zieles, die Pflicht und die Sehnsucht eines geworden sind. Um seinen Weg, welcher vor ihm ist, weiß danach der Mensch dann allein, wenn er um das unendliche Ziel auch weiß, und um dieses letzte Ziel vermag er hier nur dann zu wissen, wenn er um den bestimmten Weg weiß, auf dem er dahin gehen, den er dorthin bahnen soll. Das ist das Kennzeichen des rechten Weges, daß er zu dem Ziele des Ideals hinweist und hinleitet, und daran wird die Echtheit des Zieles, des Ideales erkannt, daß zu ihm der deutliche Weg vom Menschen her und von seiner Aufgabe hinführt. Oder um es theologisch auszudrücken: es gibt hier nie die bestimmte Forderung des Tages ohne das Messianische und das Messianische nie ohne die bestimmte Forderung des Tages; jedes Gebot schließt die Verheißung in sich und jede Verheißung das Gebot. Daraus folgt, daß ein Gebot wahrhaft ein Gebot, das Gebot von Gott ist, nur wenn es die Bahn zur Erfüllung des Letzten bezeichnet, und daß ein Ideal wahrhaft ein Ideal, das Ideal von Gott her, ist, nur wenn sich in ihm die klare Aufgabe dessen, was wir jetzt tun sollen, an uns wendet. In jedes wahre Gebot ist wie seine Voraussetzung die Gewißheit eingefügt, daß es der messianischen Erfüllung dient, daß es zu seinem Teile ein Schritt dahin ist; und in jeder Idee von der Erfüllung, in jeder messianischen Zuversicht ist es wie ein Wesensbestand, daß sie uns selber jetzt dadurch zugehört, daß sie an uns ein bestimmendes Gebot immer wieder richtet. Wie eine Einheit steht in dem Prophetenworte zusammen: „was gut ist und was der Ewige von dir fordert“ – dieses Unmittelbare und dieses Unendliche.
Hierin findet die Frage nach der Friedensaufgabe und der Friedensidee darum ihre Antwort. Die Friedensaufgabe darf nie die bloße gegenwärtige Nützlichkeit befassen, nicht in dem Tages- und Jahresgetriebe nur ihr Genüge finden, so daß Frieden dann nur eine gewisse Befriedung der jeweiligen wirtschaftlichen oder politischen Nöte in oder zwischen den Staaten bedeutet; sie wird religiös erst dadurch, daß sie dessen immer bewußt und durch das immer bestimmt bleibt, was von Gott als Ziel alles menschlichen Suchens und Ringens gesetzt ist. Und das Friedensideal darf nie bloßes Zukunftshoffen und -sinnen und damit bloßer Stimmungsgehalt werden, nie nur eine Musik und eine Erbauung bedeuten, so daß man hingeht, um am Frieden sich zu erheben und zu begeistern; das Friedensideal wird religiös erst dadurch, daß es unabweisbar dem Menschen sagt, was um des Friedens willen Gott ihm heute und morgen und immer gebietet. Aller religiöse Pazifismus ist ein Arbeiten und Mühen, um Frieden im Nahen zu beginnen, damit der Weg zum Fernsten beschritten sei, ihn dem Menschen, dem Mitmenschen, zu erweisen, damit er der Menschheit einst zum Anteil werde. Um eine Aufgabe des Gegenwärtigen und Persönlichen, die im Dienste der letzten Bestimmung steht, handelt es sich hier.
Damit wird nun auch das Weitere erkennbar, weshalb der Krieg, obwohl Menschen mit dem ehrlichen Gedanken der Pflicht in ihn hinauszogen, doch nie zum Guten zu sein vermag. Er kann es nicht, weil er kein Weg im sittlichen, im religiösen Werte des Wortes ist. Der Krieg ist kein Weg, sondern ist nur eine Richtung der Gewalt. Alles Gewaltsame ist weglos, sinnlos, weil es ohne Ziel ist. Gewalt führt nie über sich hinaus zu einem Ziele hin, sie führt immer nur zu sich selber zurück, zur Gegengewalt, ob diese nun sich im Verüben oder im Erdulden, im Aktiven oder im Passiven zeigt. Es ist hier wie ein steter Kreislauf der Gewalt, die sich vielleicht zuletzt in sich selber erschöpft, aber es ist kein Weg, der weiterführt, der zu einem letzten Sinn, zu einem wahren Ziele hinweist. Gewalt will immer nur unterdrücken oder zurückstoßen, um zu bestehen oder sich aufzurichten; sie befaßt keine Aufgabe, welche vorwärts leitet und sich fortsetzt, sie ist ohne die wahre Bestimmung. Der Krieg, diese eigentlichste Gewalt, hat ein Ende oder einen Zweck, aber er bleibt ohne Ziel. Und darum ist der Friede, der von den Kriegen an ihrem Ende und für ihren Zweck hingestellt wird, kein Friede. Er ist nur eine andere Form der Gewalt, die konservierende an Stelle der angreifenden; an den Platz des Krieges ist der Zwang getreten. Und Gewalt ist Gewalt, welcher Mittel sie auch sich bedient. Wenn Menschen diesen vermeintlichen Weg gehen, der doch in Wahrheit kein Weg ist, weil er ohne Ziel bleibt, und wenn sie Menschen ehrlichen Denkens und ehrlicher Motive sind, sie verstricken sich doch nur in das schmerzliche Geschick, daß sie, um dem zu folgen, was sie für ihre Pflicht halten, das Sinnlose, das Weg- und Ziellose, das Ungute, ja das Böse nur tun. Der Krieg führt nie zum Frieden.
Zum Frieden der Menschheit führt nur der Weg, welcher wahrhaft ein Weg, welcher allein der Weg ist, der des Zieles gewisse, der, auf welchem Frieden geschaffen wird durch Gerechtigkeit und Liebe, durch die Arbeit jedes Menschen und jedes Volkes, die Arbeit aller für einander, für das Recht eines jeden auf seinen Lebensplatz und seine Lebenslust und auf Güte und Wärme – welch Garten Gottes hätten Stätten der Trübsal, Stätten ohne Licht und ohne Freude, werden können, wenn diesem wahren Frieden auch nur ein Teil der Opfer gewährt worden wäre, die dem Kriege und seinem vermeintlichen Frieden gebracht worden sind! Wie viel könnte aufgebaut werden, wenn nur ein Teil der Leben, die sich für den Krieg einsetzten, hinträte zu diesem Frieden, zu dem Beginne der Arbeit für den Nächstenfrieden, diese beste Nächstenliebe, damit einst Fernstenfriede werde, zu diesem Frieden, der die Zukunft anrufen darf, weil er den Tag aufruft, der den Tag fordern kann, weil er an der Zukunft festhält. So meint es das Wort „Frieden“ in der Bibel, dieses Wort „schalom“. Es hat einen ganz anderen Inhalt, als dieses Wort sonst hatte; es hat neue Bedeutung überall in dieses Wort hineingetragen. Es besagt nicht bloß, wie anderwärts sonst, Unterbrechung oder Beendung des Krieges, Nichtkrieg, sondern es spricht ein Positives aus, ein unbedingt Bejahendes, ein Kategorisches, und das Gegenwort zu ihm ist daher Sünde, Selbstsucht und Härte, Lieblosigkeit und Machtbesitz, Unglaube und Dünkel. Friede, wie die Bibel dieses Wort gestaltet hat, bedeutet die Wahrheit und Erfüllung des Gottesgebotes, die jedem zugesprochene Verheißung, die in dem Gebote ist, das an jeden ergeht. Wo Gebot und Verheißung ist, dort kann es die Spannung, das Problem und auch die Tragik geben, wie immer, wenn die Idee in den Menschen eintritt. Aber auch sie bringen zuletzt den Frieden. So spricht darum auch zu uns, trotz aller Frage und allem Leid, das Prophetenwort: „Frieden, Frieden dem Fernen und dem Nahen, spricht der Ewige, ich heile ihn“.
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Textquelle ǀ Rabbiner Dr. Leo Baeck: Das Judentum und der Weltfriede. In: Religion und Weltfriede. Überwindung der Kriege. Sammelschrift mit Beiträgen von Rabb. Leo Baeck, Pfarrer D. Günther Dehn, R.-A. Dr. Alfred Klee, Dr. Heinrich Krone M.d.R., P. Franciskus Stratman O.P., Pfarrer Lic. theol. Rudolf Wielandt. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden. Leipzig: Gustav Engel Verlag [1930], S. 9-13.
Diese Broschüre mit den Vorträgen von 1929 und 1930 enthält auch folgende Selbstvorstellung der „Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden“:
„ARBEITSGEMEINSCHAFT DER KONFESSIONEN FÜR DEN FRIEDEN.
Aus dem Aufruf.
Als Zeugen des Weltkrieges sind wir den kommenden Geschlechtern dafür verantwortlich, daß er sich nicht in tausendfacher Steigerung seiner Vernichtungsgewalt wiederholt.
Zwei Ziele gilt es anzustreben:
Einem neuen Vernichtungskrieg vorzubeugen und in planmäßiger Arbeit den wahren, gerechten, gefestigten Frieden aufzubauen.
Die Völker in ihrer überwiegenden Mehrheit wollen keine Kriege mehr.
Der verhängnisvolle Irrtum, der die Friedensbemühungen vielfach unfruchtbar gemacht hat, besteht darin, daß man das Vertrauen zu sehr auf materielle Sicherungen setzt, die ohne Mitwirkung ideeller Faktoren unwirksam bleiben müssen.
Bei voller Anerkennung der Pflicht zur Wahrung der nationalen Eigenart und Kultur der einzelnen Völker, sind sich die Bekenntnisse ihrer Friedensaufgabe längst bewußt geworden.
Die Bekenner der Religionen der Liebe und des Friedens werden einander über die Grenzen hinweg die Hände reichen.
Aus den Satzungen.
Die ‚Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden‘ stellt sich nachstehende Aufgaben:
1. Zusammenfassung der Bestrebungen in Deutschland, welche auf die Verwirklichung der Friedensforderung als eines in der Religion wurzelnden sittlichen Gebotes gerichtet sind.
2. Pflege der Beziehungen zu verwandten Bestrebungen und Verbänden des In- und Auslandes, sowie Abhaltung gemeinsamer Veranstaltungen.
3. Gewinnung der öffentlichen Meinung für die Friedensidee.
4. Mitarbeit an der Herbeiführung eines kriegverhütenden Rechtszustandes.
Aus den ‚Programmatischen Richtlinien‘:
Dieses hohe Gut, der äußere Friede, kann nur durch das Zusammenwirken aller wertvollen Kräfte des Volkes, demnach auf dem Wege des Friedens zwischen den Bekenntnissen und Ständen erreicht werden.
Die Arbeitsgemeinschaft umfaßt nachstehende Organisationen, die im Rat derselben durch je fünf Mitglieder vertreten sind:
- Deutsche Vereinigung des Weltbundes für Internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen e.V. [...] [D.h.c. F.A. Spieker, Dr. E.G. von Stauss – Direktor der Deutschen Bank ..., Univ.-Prof. Dr. Heyde M.d.RWR, H. Petrick, Superintendent Ungnad]
- Friedensbund deutscher Katholiken e.V. [...] [Stadtbaurat Dr. Adler, Msgr. Lichtenberg – Päpstlicher Geheimkämmerer, Curatus Hinz, Reichsarchivrat Dr. Schaefer, P. Franciskus Stratmann O.P.]
- Jüdischer Friedensbund (Geschäftsstelle: Berlin-Schöneberg, Am Park 15). Oscar Wassermann, Direktor der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft; Rabb. Dr. L. Baeck, Vors. des Allg. Rabbinerbandes; A.A.F. Marcus, Dr. A. Nossig, Rechtsanwalt H. Stern.
Präsidium der Arbeitsgemeinschaft: Stadtbaurat Dr. L. Adler, Präs. D. h.c. F. A. Spiecker, Direktor Oscar Wassermann. ǀ Geschäftsführender Ausschuss: Curatus Felix Hinz, Dr. Alfred Nossig, Herbert Petrik. ǀ Adresse für Zuschriften: Berlin-Schöneberg 3, Postschliessfach 326.“
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Literaturempfehlung ǀ Sei von den Schülern Aarons. Ein Lesebuch über die Friedensliebe der Rabbiner. Herausgegeben von Peter Bürger. (edition pace ǀ Regal: Pazifisten & Antimilitaristen aus jüdischen Familien, 15). Hamburg: BoD 2026. (ISBN: 978-3-8192-2601-4; Paperback; 312 Seiten; 13,99 Euro).
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Über den Verfasser ǀ Rabbiner Dr. Leo Baeck (1873-1956). „Geboren im polnischen Lissa, studiert Baeck in Berlin Philosophie, Geschichte und Religionsphilosophie und promoviert 1895. Als Rabbiner 1912 nach Berlin berufen, übernimmt er in den darauffolgenden Jahren zahlreiche hohe Ämter in der Jüdischen Gemeinde Berlin. 1933 wird er Präsident der „Reichsvertretung der Juden in Deutschland“. Trotz mehrfacher Gelegenheit zur Emigration bleibt Baeck während des NS-Regimes bei seiner Gemeinde. 1943 wird er in das Ghetto Theresienstadt deportiert und überlebt schwer misshandelt. Nach dem Krieg emigriert Baeck nach London und engagiert sich für den jüdisch-christlichen Dialog“ (www.dhm.de/lemo/biografie/leo-baeck). Als Vertreter des Jüdischen Friedensbundes gehörte Leo Baeck zur „Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden“ (Weltbundes für Internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen; Friedensbund deutscher Katholiken; Jüdischer Friedensbund). 1929 hielt er vor der Arbeitsgemeinschaft den oben dokumentierten Vortrag.
Bildquelle (oben) ǀ Bust of Leo Baeck, Wiener Library for the Study of the Holocaust and Genocide, London, U.K. – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bust_of_Leo_Baeck.jpg?uselang=de
